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Wie viele Schritte sollte ich täglich gehen?

Starke Evidenz

Gesundheitliche Vorteile beginnen weit unterhalb von 10.000 Schritten. Für die meisten Erwachsenen liegt die optimale Zone bei 7.000 bis 9.000 Schritten pro Tag.

Die bekannte 10.000-Schritte-Regel hat keine wissenschaftliche Grundlage. Sie stammt aus einer japanischen Marketingkampagne der 1960er-Jahre, nicht aus klinischer Forschung1,2,3. Gesundheitliche Vorteile setzen bereits ab etwa 2.500 Schritten täglich ein – für die kardiovaskuläre Sterblichkeit – und ab rund 3.867 Schritten für die Gesamtsterblichkeit.

Jede zusätzlichen 1.000 Schritte pro Tag gehen mit etwa 15 % niedrigerem Sterberisiko einher. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sinkt das Risiko schon mit jedem Extra-500-Schritten um 7 %. Diese Zahlen stammen aus einer Zusammenfassung von 17 Bevölkerungsstudien mit knapp 227.000 Teilnehmern, was die Befunde besonders belastbar macht. Es handelt sich dabei um statistische Zusammenhänge, kein nachgewiesenes Ursache-Wirkungs-Verhältnis1.

Den größten Risikorückgang bei der Gesamtsterblichkeit erreichst du bei etwa 8.763 Schritten täglich; darüber flacht der Effekt deutlich ab. Für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt dieser Wendepunkt etwas niedriger, bei rund 7.126 Schritten. Bist du 60 Jahre oder älter, erreichst du dieses Plateau bereits bei 6.000 bis 8.000 Schritten pro Tag2,3.

Wer nur an ein oder zwei Tagen pro Woche 8.000 Schritte schafft, hat bereits ein um knapp 15 % niedrigeres Sterberisiko. Wer das an drei bis sieben Tagen pro Woche tut, kommt auf rund 16,5 % Reduktion. Der Zusatznutzen über drei Tage hinaus ist also gering4.

Neben der Schrittzahl spielt auch das Tempo eine Rolle. Schnelleres Gehen ist unabhängig vom täglichen Gesamtpensum mit einem niedrigeren Sterberisiko verbunden. Zügiges Laufen bringt mehr als gemächliches Schlendern, selbst bei identischer Schrittzahl3,2.

Die Belege
5 Studien · 3 Meta-Analysen · ≈ 384.780 Teilnehmer

Alle Aussagen basieren auf großen Bevölkerungsstudien und Metaanalysen mit bis zu 227.000 Teilnehmern. Es handelt sich um statistische Zusammenhänge, keine randomisierten Experimente. Dass kranke Menschen ohnehin weniger laufen und das Ergebnis dadurch verzerrt wird, lässt sich nicht vollständig ausschließen, wenngleich die Studien dafür teilweise korrigieren.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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