Wirken Kupferpeptide (GHK-Cu) in der Hautpflege?
GHK-Cu zeigt im Labor positive Effekte auf Kollagen und Haut, klinische Evidenz am Menschen fehlt jedoch. Erwarte von einer Tagescreme nicht zu viel, solange das Penetrationsproblem ungelöst bleibt.
GHK-Cu regt in Zell- und Laborstudien die Produktion mehrerer Kollagentypen an. In Kombination mit Hyaluronsäure zeigte sich in Zellkulturen sogar ein Vielfaches der normalen Kollagenproduktion. Das sind allerdings Laborbedingungen, keine lebende Haut.
Kosmetikprodukte versprechen mit GHK-Cu straffere Haut, weniger Falten, reduzierte Lichtschäden und einen gleichmäßigeren Teint. Diese Behauptungen stützen sich überwiegend auf Labor- und Tierversuche; große, unabhängige klinische Studien am Menschen fehlen. Außerdem stammen viele der weitreichenden Behauptungen, etwa die Beeinflussung von Tausenden von Genen oder eine entzündungshemmende Wirkung, aus Übersichtsartikeln derselben Forschergruppe, die kommerzielle Interessen an GHK hat. Das macht eine kritische Einordnung nötig.
Ein grundlegendes Problem ist, dass GHK-Cu die äußere Hautschicht kaum durchdringt. Das Peptid ist wasserlöslich, die Hornschicht lässt aber vor allem fettlösliche Stoffe passieren. Der Wirkstoff erreicht dadurch möglicherweise nicht die Hautschichten, in denen er wirken soll. Dazu gibt es bisher nur Tier- und Zellmodelldaten zu einer veränderten Variante mit einem Arginin-Anker, die tiefer eindringen soll.
Zur Sicherheit liegen in den untersuchten Studien keine konkreten Nebenwirkungsdaten vor. Übersichtsarbeiten verweisen auf eine lange Anwendungsgeschichte ohne bekannte Probleme, eine formale klinische Bestätigung steht aber aus.
Alle Aussagen basieren auf Übersichtsarbeiten, Zell- und Ex-vivo-Laborstudien sowie Tiermodellen. Große randomisierte klinische Studien am Menschen sind nicht verfügbar. Mehrere Reviews stammen von derselben Forschergruppe mit kommerziellen Interessen an GHK.