Implantiertes Muskelgewebe simuliert Sport bei alten Mäusen
Forschende haben eine Methode entwickelt, bei der ein kleines Stück Muskelgewebe unter die Haut implantiert wird. Dieses Gewebe zieht sich automatisch zusammen und sendet dieselben Signale in den Körper wie körperliche Bewegung. Bei alten und fettleibigen Mäusen verbesserte sich dadurch der gesamte Stoffwechsel.
Muskeln sind kein passives Gewebe. Bei jeder Kontraktion setzen sie Stoffe frei, die andere Organe beeinflussen. Das ist einer der Gründe, warum Bewegung so vielfältige gesundheitliche Vorteile hat. Doch für Menschen, die wegen Krankheit, hohem Alter oder eingeschränkter Mobilität keinen Sport treiben können, sind diese Stoffe schwer erreichbar. Forschende suchten daher nach einem Weg, diesen Effekt künstlich zu erzeugen.
Die Forschenden, deren Arbeit in Nature Aging veröffentlicht wurde, entwickelten eine Methode, bei der ausdifferenziertes Muskelgewebe – also Gewebe, das bereits vollständig zu Muskel herangereift ist – in den Raum unter der Haut eingesetzt wird. Das Besondere daran: Dieses Gewebe zieht sich automatisch zusammen, ohne dass die Person sich bewegt. Diese Kontraktionen lösen die Ausschüttung von Signalproteinen aus, die normalerweise beim Sport freigesetzt werden.