Intermittierendes Fasten verlängert die Lebensspanne männlicher Mäuse
Die Beschränkung der Nahrungsaufnahme auf ein tägliches Acht-Stunden-Fenster erhöhte die mittlere Lebensspanne männlicher Mäuse um 12 Prozent. Das klingt vielversprechend, doch die Forschenden selbst weisen auf einen wichtigen Vorbehalt hin.
Intermittierendes Fasten, auch als zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme bekannt, ist eine Ernährungsstrategie, bei der Futter nur innerhalb eines bestimmten täglichen Zeitfensters verfügbar ist. Frühere Mausstudien haben gezeigt, dass dieser Ansatz gesundheitliche Vorteile mit sich bringen kann. Die entscheidende Frage ist dabei stets, ob das Zeitfenster selbst den Unterschied macht oder ob die Tiere schlicht weniger fressen.
Die Forschenden berichten, dass männliche Mäuse, die nur acht Stunden täglich Zugang zu Futter hatten, eine um 12 Prozent höhere mittlere Lebensspanne aufwiesen als Tiere mit unbeschränktem Zugang. Bei weiblichen Mäusen zeigte sich derselbe Effekt nicht. Die Forschenden räumen jedoch ein, dass die Kalorienaufnahme in der zeitlich eingeschränkten Gruppe wahrscheinlich ebenfalls niedriger war. Die Mäuse fraßen wohl schlicht weniger, weil sie seltener die Gelegenheit dazu hatten.
Den Mechanismus entflechten
Die Unterscheidung zwischen zeitlich begrenzter Nahrungsaufnahme und Kalorienrestriktion (also einer insgesamt geringeren Kalorienzufuhr) ist entscheidend. Seit Jahrzehnten ist belegt, dass Kalorienrestriktion die Lebensspanne von Mäusen verlängert. Wenn das Zeitfenster lediglich dazu führt, dass weniger gefressen wird, gibt es keinen Beleg dafür, dass der Tagesrhythmus selbst einen zusätzlichen Beitrag leistet. Künftige Studien müssen die Kalorienaufnahme kontrollieren, um den Effekt des Fütterungsfensters isoliert betrachten zu können.
Was bedeutet das für den Menschen?
Ergebnisse aus Mausstudien lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Beim Menschen sind die Auswirkungen des intermittierenden Fastens auf Gesundheitsparameter zwar vielversprechend, aber bescheiden, und Lebensspannenstudien sind naturgemäß nicht durchführbar. Der Befund ist ein interessantes Signal, rechtfertigt aber noch keine weitreichenden Aussagen zur Verlängerung der menschlichen Lebensspanne. Auch der in dieser Mausstudie beobachtete Geschlechtsunterschied ist ein Grund, breiten Verallgemeinerungen gegenüber vorsichtig zu sein.
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