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Weniger Protein für ein längeres Leben? Ernährungsexperten widersprechen

Redaktion LongevityWatch · 21. August 2026 · 2 min · English

Forscher haben jüngst vorgeschlagen, dass eine reduzierte Proteinzufuhr das Leben verlängert. Ernährungswissenschaftler sind skeptisch. Bei älteren Menschen könnte der Ansatz sogar nach hinten losgehen.

In Longevity-Kreisen kursiert die These, dass eine geringere Proteinaufnahme den Stoffwechsel günstig beeinflusst und das Leben verlängert. Die Idee stützt sich auf Tierversuche und mechanistische Erkenntnisse, ihre Übertragung auf den Menschen ist jedoch umstritten. Die Ernährungsexperten, die STAT zu Wort kommen lässt, zweifeln an der Empfehlung – insbesondere für Menschen über fünfzig.

Die Logik hinter der Protein-Restriktion

In Laborstudien an Tieren und in einigen Humanstudien wurde Protein mit der Aktivierung von mTOR (mechanistic target of rapamycin) in Verbindung gebracht, einem Protein, das Zellwachstum und Stoffwechsel steuert. Ist mTOR weniger aktiv, schalten Zellen auf Reparaturprozesse statt auf Wachstum um. Dieser Mechanismus wird in zahlreichen Modellorganismen mit verlangsamtem Altern in Verbindung gebracht. Die Einschränkung der Aminosäure Methionin, eines Bestandteils von Proteinen, verlängerte in Mausmodellen die Lebensspanne.

Auf Basis solcher Befunde schlugen einige Forscher vor, dass Protein-Restriktion auch beim Menschen Gesundheitsspanne und Lebenserwartung verbessern könnte.

Die Einwände

Ernährungsexperten verweisen auf einen entscheidenden Unterschied: Was bei Mäusen oder Würmern funktioniert, gilt nicht zwangsläufig für den Menschen. Hinzu kommt, dass der Proteinbedarf mit dem Alter steigt. Ab fünfzig Jahren lässt die Fähigkeit des Körpers nach, Protein in Muskelmasse umzuwandeln. Wer dann weniger Protein isst, riskiert einen beschleunigten Muskelabbau (Sarkopenie), der wiederum das Sturzrisiko erhöht, die körperliche Leistungsfähigkeit mindert und die Lebenserwartung verkürzen kann.

Die aktuellen Empfehlungen für ältere Erwachsene liegen daher in der Regel höher als für jüngere, nicht niedriger. Experten betonen, dass Proteinqualität, die Verteilung über den Tag und die Kombination mit körperlicher Bewegung mindestens ebenso wichtig sind wie die Menge.

Dieser Artikel spiegelt eine laufende wissenschaftliche Debatte wider, keinen gesicherten Konsens. Die zitierten Experten geben ihr fachliches Urteil wieder; individuelle Empfehlungen sind Sache der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes.

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