Zehn gesunde Ernährungsweisen – alle mit langsamerem biologischen Altern verbunden
Was, wenn es nicht eine ideale Ernährung gibt, sondern zehn? Eine neue Studie legt nahe, dass mehrere gesunde Ernährungsmuster mit einem langsameren biologischen Altern zusammenhängen. Die Bandbreite ist größer als erwartet.
Forschende am DZNE (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen) haben zehn als gesund geltende Ernährungsmuster untersucht – darunter die mediterrane Ernährung, die nordische Diät, eine pflanzenbasierte Ernährung sowie die DASH-Diät, die zur Senkung des Blutdrucks entwickelt wurde. Die Ergebnisse wurden in Nature Communications veröffentlicht.
Wie wird biologisches Altern gemessen?
Die Forschenden setzten biologische Altersuhren ein – Biomarker, die schätzen, wie schnell Zellen und Gewebe altern, unabhängig vom Kalenderalter. Alle zehn untersuchten Ernährungsmuster gingen in dieser Studie mit einem geringeren biologischen Alter einher. Kein einzelnes Muster schnitt dabei klar besser ab als die anderen.
Das ist bemerkenswert. In der Gesundheitsforschung gilt die mediterrane Ernährung vielfach als Goldstandard. Diese Studie deutet darauf hin, dass biologisches Altern auch bei Menschen, die sich nach nordischen oder pflanzenbasierten Mustern ernähren, langsamer abzulaufen scheint. Die allgemeine Ernährungsqualität könnte demnach wichtiger sein als ein bestimmtes Muster.
Was bedeutet das in der Praxis?
Die Studie belegt eine Assoziation, keine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Es ist möglich, dass Menschen, die sich gesund ernähren, auch in anderer Hinsicht gesünder leben. Die Konsistenz des Befunds über alle zehn Muster hinweg ist dennoch auffällig.
Aus Sicht der Longevity-Forschung ist das bedeutsam: Es könnte heißen, dass Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe und mit verschiedenen persönlichen Vorlieben jeweils eine Ernährungsweise finden können, die das biologische Altern verlangsamt. Es gibt keinen einzigen richtigen Weg. Wer keinen Fisch oder kein Fleisch isst, muss das mediterrane Modell nicht übernehmen, um möglicherweise davon zu profitieren.
Die Forschenden selbst betonen, dass Folgestudien nötig sind, um zu verstehen, welche konkreten Nährstoffe oder Kombinationen für die beobachteten Zusammenhänge verantwortlich sind. Vorläufiges Fazit: Vielfalt bei gesunder Ernährung könnte ein Vorteil sein – kein Nachteil.
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