Beeinflusst Johanniskraut die Wirkung deiner Medikamente?
Johanniskraut senkt die Blutspiegel von Dutzenden Medikamenten und kann schwerwiegende Folgen haben, etwa Transplantatabstoßungen oder ein Serotoninsyndrom. Wenn du Medikamente nimmst, sprich das Thema unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Apothekerin ab, bevor du das Kraut einnimmst.
Johanniskraut senkt die Blutspiegel von Dutzenden gängiger Medikamente und kann dabei klinisch schwerwiegende Folgen haben. Das Kraut aktiviert ein Abbausystem in der Leber, das Medikamente schneller zerlegt und ausscheidet. Herztransplantationspatienten, die Johanniskraut zusammen mit Ciclosporin (einem Mittel gegen Organabstoßung) einnahmen, erlitten akute Abstoßungsreaktionen, weil der Ciclosporinspiegel im Blut zu stark absank. Vergleichbare Effekte sind für Blutverdünner, Cholesterinsenker, HIV-Medikamente, Beruhigungs- und Schlafmittel sowie die Antibabypille belegt.
Wie stark dieser Abbau ausfällt, hängt vom Hyperforingehalt des jeweiligen Produkts ab. Hyperforin ist der Inhaltsstoff, der diesen Effekt auslöst. Pflanzliche Präparate schwanken in ihrer Zusammensetzung erheblich, weshalb sich das Ausmaß der Wechselwirkung von Produkt zu Produkt kaum vorhersagen lässt. Günstigere oder weniger sorgfältig hergestellte Produkte enthalten manchmal mehr oder weniger Hyperforin, als die Packungsangaben vermuten lassen.
Ein eigenständiges Risiko entsteht bei der Kombination mit SSRI-Antidepressiva wie Paroxetin oder Sertralin. Diese Kombination kann ein sogenanntes Serotoninsyndrom auslösen: einen gefährlichen Zustand, der sich durch Unruhe, Verwirrtheit, Muskelzuckungen und erhöhten Puls äußert. Mehrere Fallberichte dokumentieren dieses Risiko. Bei Migränemitteln auf Triptanbasis wurde ebenfalls ein erhöhtes Nebenwirkungsrisiko festgestellt.
Johanniskraut wirkt bei leichten bis mittelschweren Depressionen nachweislich, und dieser Nutzen ist real. Wer gleichzeitig andere Medikamente einnimmt, kann diesen Vorteil jedoch kaum getrennt von den Wechselwirkungsrisiken betrachten. Mehrere Übersichtsarbeiten kommen daher zu dem Schluss, dass Menschen mit laufender Medikation Johanniskraut besser meiden sollten, sofern sie dies nicht ausdrücklich mit ihrem Arzt oder ihrer Apothekerin abgesprochen haben.
Die Evidenz basiert auf mehreren Reviews und klinischen Berichten, darunter dokumentierte Transplantatabstoßungen. Für mehrere Arzneimittelklassen ist die ursächliche Wechselwirkung belegt. Für Betablocker wurde eine Wechselwirkung beobachtet, bislang aber nicht ausreichend quantifiziert.
Ist Berberin sicher, wenn du Medikamente nimmst?
Berberin kann die Blutspiegel mancher Medikamente beeinflussen, wenngleich die klinische Bedeutung in den meisten Fällen unklar bleibt. Wenn du Medikamente nimmst, sprich vor der Einnahme von Berberin mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Apotheke.
Wirkt Echinacea wirklich gegen Erkältungen?
Ob Echinacea bei einer Erkältung hilft, hängt stark vom verwendeten Präparat ab. Standardisierte Produkte aus Echinacea purpurea (Kraut und Wurzel) zeigten in einigen Studien eine geringe Verringerung der Beschwerden, Wurzelextrakte und nicht standardisierte Produkte jedoch nicht. Was im Handel erhältlich ist, entspricht selten den Produkten aus den positiven Studien.
Wirkt Shilajit wirklich als Nahrungsergänzungsmittel?
Shilajit hat für bestimmte Anwendungen, etwa Testosteron bei Männern zwischen 45 und 55 Jahren sowie Knochenheilung, positive Ergebnisse gezeigt, wirkt aber weder für jeden noch für alles. In der Schwangerschaft solltest du es nicht einnehmen.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Retatrutid?
Retatrutid verursacht bei vielen Anwendern Magen-Darm-Beschwerden und einen vorübergehenden Anstieg der Herzfrequenz. Schwerwiegende Nebenwirkungen waren in den verfügbaren Studien selten, doch die Langzeitsicherheit ist noch weitgehend ungeklärt. Eine langsame Dosissteigerung hilft, Beschwerden zu begrenzen, aber besprich die Einnahme in jedem Fall mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Was macht Magnesiumglycinat eigentlich in deinem Körper?
Magnesiumglycinat wird gut aufgenommen, ist für die meisten gesunden Menschen aber nicht nachweislich besser als Citrat. Bei eingeschränkter Darmfunktion oder empfindlichem Magen ist es eine sinnvolle Wahl.
Bringt Spermidin wirklich etwas gegen das Altern?
Spermidin verfügt über einen gut belegten Wirkmechanismus und vielversprechende Ergebnisse aus der Tierforschung, doch ein Nachweis, dass ein Supplement beim Menschen tatsächlich wirkt, steht noch aus. Mehr Spermidin über die Ernährung, zum Beispiel durch Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide, ist eine sichere und sinnvolle Wahl.