Verursacht Kreatin Haarausfall?
Kreatin verursacht keinen Haarausfall: Die direkte Messung von Haarfollikelgesundheit und DHT zeigte keinerlei Unterschied gegenüber Placebo. Bei der normalen Dosis von 3 bis 5 Gramm pro Tag gibt es keinen Hinweis auf ein erhöhtes Kahlheitsrisiko.
Kreatin erhöht DHT nicht. Eine randomisierte Studie mit 38 Teilnehmern, die 12 Wochen lang täglich 5 Gramm einnahmen, fand keinen Unterschied bei den DHT-Werten oder beim Verhältnis von DHT zu Testosteron zwischen Kreatin- und Placebogruppe. DHT ist die Hormonform, die bei erblich bedingtem Haarausfall das Haarwachstum unterdrückt – damit ist das die relevanteste Messgröße für diese Frage.
Auch direkte Messungen am Haarfollikel blieben ohne Befund. Haardichte, Anzahl der Follikeleinheiten und Gesamthaardicke veränderten sich nicht, egal ob die Teilnehmer Kreatin oder ein Placebo einnahmen. Testosteron stieg in beiden Gruppen leicht an, war aber zeitlich begrenzt und nicht kreatinabhängig.
Die Idee, dass Kreatin Haarausfall verursacht, geht auf eine einzige alte, kleinangelegte Studie zurück, die bei Rugbyspielern einen vorübergehenden DHT-Anstieg berichtete. Diese Studie wurde nie überzeugend wiederholt. Ein internationales Expertengremium, das die gesamte Kreatinforschung auswertete, kam zu dem Schluss: Bei der empfohlenen Dosis von 3 bis 5 Gramm pro Tag gibt es keine belastbaren Belege für Haarausfall als Nebenwirkung.
Es gibt inzwischen eine direkte randomisierte Studie, die sowohl DHT als auch die Haarfollikelgesundheit misst, gestützt durch zwei umfassende Expertengutachten. Das ist keine breite Datenbasis, aber die Ergebnisse zeigen konsistent in dieselbe Richtung: kein Effekt. Wer eine erbliche Veranlagung zu Haarausfall hat und sich dennoch Sorgen macht, kann sich daran orientieren, dass bei normaler Dosierung kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko besteht.
Basierend auf einer randomisierten kontrollierten Studie (n=38, PMID 40265319) und zwei narrativen Expertengutachten (PMID 33557850 und 39720835). Die Studie ist die erste, die sowohl DHT als auch die Haarfollikelgesundheit direkt gemessen hat. Die Anzahl der Studien ist begrenzt, die Schlussfolgerungen sind jedoch konsistent.