Bekommst du mehr Falten, wenn du viele Gesichtsausdrücke machst?
Wiederholte Gesichtsausdrücke tragen wahrscheinlich zur Faltenbildung bei, doch Sonnenlicht ist der am besten belegte Faktor. Sonnenschutz ist damit der konkreteste Schritt, den du unternehmen kannst.
Die Muskeln hinter deinen Gesichtsausdrücken ziehen sich bei jeder Bewegung zusammen und falten die Haut dabei immer an denselben Stellen. Neben UV-Schäden und der normalen Hautalterung gilt das als einer der anerkannten Mechanismen der Faltenbildung. Wie groß der genaue Anteil der Mimik ist, hat bisher keine direkte klinische Studie gemessen, doch das Erklärungsmodell wird in der Forschung breit akzeptiert.
Ältere Haut reagiert auf diesen Prozess empfindlicher. Eine Studie mit Teilnehmenden über dreißig zeigte, dass die Haut mit den Jahren an Elastizität verliert und steifer wird. Dabei bewegte sie sich bei Muskelaktivität bei älteren Menschen sogar stärker als bei jüngeren, obwohl deren Muskeln weniger Kraft einsetzten. Dieselbe Gesichtsbewegung hinterlässt auf gealterter Haut also einen deutlich tieferen Eindruck.
Sonnenlicht wirkt als starker Verstärker. Eine Vergleichsstudie mit Frauen rund um die Wechseljahre zeigte, dass jahrelang UV-belastete Haut deutlich mehr Falten, eine rauere Oberfläche und einen größeren Dickenverlust aufwies als geschützte Haut. Lichtbedingte Hautalterung ist damit der am stärksten belegte Einflussfaktor.
Dass Mimik eine Rolle spielt, bestätigt indirekt auch die Wirkweise von Botulinumtoxin. Es lähmt die beteiligten Muskeln vorübergehend und vermindert so bewegungsbedingte Falten. Das Mittel wirkt, birgt aber reale Risiken: Eine fehlerhafte Injektion kann zu einer hängenden Augenbraue oder asymmetrischen Bewegungen führen. Cremes mit hohem Glyceringehalt reduzierten in einer vom Hersteller L'Oréal finanzierten Studie nach zwei bis vier Monaten täglicher Anwendung die sichtbaren Falten, vermutlich weil die äußere Hautschicht geschmeidiger wird und weniger mechanischen Druck aufbaut.
Basierend auf sechs Quellen: observationelle Vergleichsstudien, mechanistische Modelle, klinische Studien zu Botulinumtoxin und eine von L'Oréal finanzierte Glycerinstudie. Es gibt keine direkte randomisierte kontrollierte Studie, die die Häufigkeit von Mimikbewegungen als einzige Variable untersucht.