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Erhöht stark erhitztes oder verbranntes Essen das Krebsrisiko?

Vorläufige Evidenz

Verbranntes oder stark gegrilltes Fleisch enthält Stoffe, die in Tierversuchen Krebs auslösen. Ob normale Mengen davon das Krebsrisiko beim Menschen messbar erhöhen, ist nicht bewiesen. Wer das Risiko begrenzen will, wählt öfter Kochen oder Dämpfen statt Grillen und lässt verkohlte Stücke auf dem Teller.

Beim Grillen, Rösten oder Verbrennen von Fleisch und Fisch bei hohen Temperaturen entstehen Verbindungen, die DNA schädigen können: sogenannte heterozyklische Amine. Dass dieser Prozess abläuft, ist chemisch gut belegt und gilt ebenso für Verbrennungsprodukte im Rauch.

In Tierversuchen erzeugen diese Stoffe, in höherer Dosierung dem Futter beigemischt, Krebs in mehreren Organen: Dickdarm, Brust, Prostata und Leber. Eine der Verbindungen löste sogar Leberkrebs bei Affen aus.

Ob diese Tierversuchsergebnisse auf Menschen übertragbar sind, ist nicht geklärt. Menschen nehmen diese Stoffe in weit geringeren Mengen auf als die Versuchstiere, und die Evidenzlage reicht nicht aus, um zu sagen, wie groß das Risiko genau ist, ob es einen klaren Dosis-Wirkungs-Zusammenhang gibt oder welche Organe am stärksten gefährdet sind. In bevölkerungsweiten Beobachtungsstudien zeigen sich zwar Zusammenhänge mit bestimmten Krebsarten, doch Ursache und Wirkung lassen sich daraus nicht ableiten.

Verbranntes Brot oder stark gebratene Kartoffeln liefern eine andere Substanz: Acrylamid, ebenfalls ein mögliches Krebsrisiko. Doch auch hier ist der Nachweis eines tatsächlichen Krebsrisikos beim Menschen gering.

Das Bild ist differenzierter als „erhitztes Essen ist gefährlich". Beim normalen Kochen, bei der Bräunung, die du auf Toast oder gebratenen Zwiebeln siehst, entstehen neben schädlichen auch schützende Verbindungen, die die Wirkung anderer Stoffe sogar abschwächen können. Dazu kommt deine individuelle genetische Veranlagung: wie schnell dein Körper schädliche Stoffe umbaut oder abbaut und wie gut deine DNA-Reparatur funktioniert, bestimmt mit, wie empfindlich du bist. Wer seine Exposition verringern möchte, fährt am besten so: lieber dämpfen, kochen oder die Mikrowelle nutzen als regelmäßig grillen oder Lebensmittel verbrennen, und schwarz verkohltes Fleisch einfach liegenlassen.

Die Belege
7 Studien

Diese Antwort stützt sich auf eine Reihe von Übersichtsarbeiten, keine randomisierten Studien am Menschen. Die chemische Entstehung schädlicher Stoffe bei hohen Temperaturen ist gut belegt, und die Tierversuche sind konsistent. Beim Menschen fehlt Evidenz auf Kausalitätsniveau; die Forschenden selbst verweisen auf Schwächen in Konsistenz und Dosis-Wirkungs-Beziehung.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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