Funktioniert die Fasting-Mimicking-Diät, zum Beispiel Prolon?
Für gesunde Menschen mit Risikofaktoren wie erhöhtem Blutdruck oder erhöhten Blutfetten gibt es Hinweise auf kurzfristige Vorteile. Langzeiteffekte und der Nutzen bei Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs sind bisher fast ausschließlich in Tierversuchen untersucht.
Eine randomisierte Studie mit 100 Teilnehmern zeigte, dass drei Zyklen mit je fünf aufeinanderfolgenden Fastentagen pro Monat messbare Verbesserungen bringen: weniger Körpergewicht, weniger Bauchfett, niedrigerer Blutdruck und ein gesunkener Wert eines wachstumshormonähnlichen Botenstoffs, der mit Altern und Krebs in Verbindung gebracht wird. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden nicht gemeldet. Am stärksten profitierten Menschen, die bereits erhöhte Werte bei Blutdruck, Blutzucker oder Blutfetten hatten.
Bei derselben Gruppe verbesserte die Diät auch den Nüchternblutzucker, die Blutfettwerte und einen Marker für Entzündungsaktivität im Blut. Diese Auswertung war allerdings nachträglich geplant und nicht das ursprüngliche Studienziel, weshalb der Befund zwar interessant, aber weniger belastbar ist als das Hauptergebnis.
Für Menschen mit Übergewicht kommt ein Übersichtsartikel zu dem Schluss, dass die Diät beim Abnehmen helfen kann. Kaum eine Studie hat jedoch verfolgt, was nach einem oder zwei Jahren passiert, sodass unklar bleibt, ob das Gewicht dauerhaft unten bleibt.
Bei ernsteren Erkrankungen wie Multipler Sklerose, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Brustkrebs und Diabetes solltest du die Erwartungen dämpfen. Bei MS und Darmerkrankungen stammen die positiven Befunde überwiegend aus Tierversuchen, ergänzt durch sehr kleine Pilotstudien am Menschen. Für Brustkrebs gilt dasselbe: vielversprechende Mäusedaten und ähnliche Stoffwechselveränderungen bei Patientinnen, aber ein Nachweis, dass Tumoren beim Menschen tatsächlich schrumpfen, fehlt. Für Typ-2-Diabetes läuft erst eine randomisierte Studie, Ergebnisse gibt es noch keine.
Hauptforscher Longo hat ein finanzielles Interesse an L-Nutra, dem Unternehmen hinter dem kommerziellen FMD-Produkt Prolon. Das bedeutet nicht, dass die Ergebnisse falsch sind, aber bei optimistischen Aussagen lohnt es sich, das im Hinterkopf zu behalten. Außerdem warnen die Autoren eines Übersichtsartikels, dass lang andauernde oder wiederholte Nahrungsrestriktion das Immunsystem und die Wundheilung beeinträchtigen kann.
Zwei randomisierte Studien (davon eine mit Humandaten, eine überwiegend in Mäusen), vier weitere Publikationen (darunter ein Studienprotokoll und zwei Tierstudien) sowie zwei narrative Übersichtsartikel ohne Metaanalyse. Die gesamte randomisierte Humanevidenz beschränkt sich im Wesentlichen auf eine RCT (n=100) zu Stoffwechselendpunkten.