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Hilft Krafttraining gegen Knochenschwund?

Ja · Moderate Evidenz

Krafttraining hilft, die Knochendichte zu steigern oder zu erhalten, doch der Effekt ist gering, und eine Reduktion von Knochenbrüchen ist bislang nicht belegt. Intensives, begleitetes Training liefert die besten Ergebnisse.

Krafttraining erhöht die Knochendichte an mehreren Stellen, allerdings fällt der Effekt gering aus. Ein Cochrane-Review von 43 randomisierten Studien mit 4.320 Teilnehmern kam zu dem Schluss, dass Bein-Krafttraining für die Knochendichte am Schenkelhals die wirksamste Trainingsform bei postmenopausalen Frauen ist. An der Wirbelsäule schneiden Kombiprogramme, bei denen Krafttraining mit anderen Trainingsformen verbunden wird, noch besser ab.

Wie intensiv du trainierst, macht einen großen Unterschied. Eine randomisierte Studie mit 101 postmenopausalen Frauen mit geringer Knochenmasse zeigte, dass intensiv begleitetes Krafttraining, zweimal pro Woche auf hohem Intensitätsniveau, die Knochendichte der Wirbelsäule um 2,9 % steigerte. In der Kontrollgruppe sank sie dagegen um 1,2 %. Am Schenkelhals war der Unterschied vergleichbar: +0,3 % gegenüber -1,9 %. Nebenwirkungen waren selten: Eine Teilnehmerin hatte einen leichten Rückenmuskelkrampf. Diese Ergebnisse gelten für streng betreute Trainingsbedingungen.

Das genannte Cochrane-Review fand keinen Effekt auf die Zahl der Knochenbrüche. Das ist der entscheidende Endpunkt, und ob Krafttraining ihn verbessert, lässt sich derzeit nicht belegen. Spazierengehen allein hilft wahrscheinlich nicht, Knochenmasse aufzubauen, kann den Verlust aber begrenzen. Vibrationsplattentraining liefert widersprüchliche Ergebnisse für die Knochendichte und eignet sich besser für Gleichgewicht und Sturzprävention.

Früh anzufangen lohnt sich. Körperliche Aktivität in Kindheit und Pubertät gehört zu den am stärksten belegten Lebensstilfaktoren für den Aufbau einer hohen maximalen Knochenmasse im Erwachsenenalter. Dieses Urteil beruht auf einem systematischen Literaturreview der National Osteoporosis Foundation und gilt als Evidenzgrad A.

Kreatin-Nahrungsergänzung zusätzlich zum Krafttraining verlangsamte in einer kleinen randomisierten Doppelblindstudie den Verlust der Schenkelhals-Knochendichte: Die Kreatingruppe verlor -1,2 % (nicht signifikant), die Placebogruppe -3,9 % (signifikant). Dieser Unterschied war statistisch signifikant, doch die Studie wertete nach Studienabbrüchen nur 33 von 47 Teilnehmern aus, was diesen Befund vorläufig macht.

Die Belege
8 Studien · 2 Meta-Analysen · 3 randomisierte Studien · ≈ 4.320 Teilnehmer

Basierend auf einem Cochrane-Review (4.320 Teilnehmer, 43 randomisierte kontrollierte Studien), einer Metaanalyse von 17 Studien, der LIFTMOR-RCT (101 Frauen), einer kleinen randomisierten Studie (n=16 nach Abbrüchen), einer kleinen Kreatin-RCT (33 ausgewertet) sowie einem NOF-Bericht auf Grundlage eines systematischen Literaturreviews. PMIDs: 9927006, 21735380, 23287836, 28975661, 25386713, 32399891, 26856587, 30671455.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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Ja · Starke Evidenz
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