Hilft Vitamin K2 deinen Knochen und Blutgefäßen?
Für die Knochengesundheit postmenopausaler Frauen gibt es mäßig positive Hinweise, besonders in Kombination mit Vitamin D, doch die Evidenz reicht nicht für eine breite Empfehlung. Für Blutgefäße ist es noch viel zu früh; nimmst du Blutverdünner, besprich eine Nahrungsergänzung unbedingt mit deinem Arzt.
Vitamin K2 verbessert nachweislich einen Blutmarker, der zeigt, ob Knochenproteine richtig funktionieren: das uncarboxylierte Osteocalcin sinkt in mehreren großen Analysen konsistent und deutlich. Vereinfacht gesagt aktiviert Vitamin K2 Knochenproteine, die Calcium an der richtigen Stelle binden. Das ist der robusteste biologische Beleg, den wir haben.
Bei der Knochenmineraldichte postmenopausaler Frauen sind die Ergebnisse überwiegend positiv, aber nicht einheitlich. Eine klinische Studie mit 244 Frauen, die drei Jahre lang täglich 180 µg K2 einnahmen, zeigte weniger Abbau der Knochendichte in der Lendenwirbelsäule und im Schenkelhals, jedoch nicht in der gesamten Hüfte. Eine Auswertung von 16 Studien mit gut 6.400 Teilnehmern bestätigte eine deutliche Verbesserung der Knochendichte in der Lendenwirbelsäule. Kombinierst du K2 mit Vitamin D, ist der Effekt auf die Gesamtknochendichte größer als bei K2 oder D allein. Ein älterer Review fand bei hellhäutigen Bevölkerungsgruppen keinen Anstieg der Knochendichte, und ein weiterer ordnet die Datenlage als nicht ausschlaggebend ein. Das Gesamtbild ist positiv, aber nicht unumstritten.
Für Frakturen ist die Datenlage schwächer. Dieselbe Auswertung fand kein signifikant niedrigeres Frakturrisiko. Erst nach dem Ausschluss einer Ausreißerstudie sank dieses Risiko deutlich, doch eine solch selektive Analyse hat weniger Gewicht. Für einen Frakturschutz durch K2 reicht die Evidenz bisher nicht aus.
Bei den Blutgefäßen aktiviert Vitamin K2 in Laborversuchen ein Protein, das Kalkablagerungen in Gefäßwänden hemmt. Dieser Mechanismus ist biologisch nachvollziehbar. Dazu gibt es bisher nur Labor- und Beobachtungsdaten; kontrollierte Studien, die zeigen, dass K2 Herzinfarkte oder Schlaganfälle beim Menschen verhindert, fehlen.
Zur Sicherheit: In der gepoolten Auswertung von 16 klinischen Studien traten keine häufigeren Nebenwirkungen auf als in der Kontrollgruppe. Eine wichtige Ausnahme: Nimmst du Blutverdünner wie Acenocoumarol oder Warfarin, solltest du Vitamin K nicht einfach zusätzlich einnehmen. Vitamin K beeinflusst die Wirkung dieser Medikamente direkt, sprich das deshalb immer zuerst mit deinem Arzt ab.
Basierend auf 1 klinischen Studie (n=244), 2 Metaanalysen (n=6.425 und n=971), 1 älterem systematischen Review und 2 narrativen Reviews. Gefäßeffekte wurden ausschließlich auf Ebene von Labormechanismen belegt; RCT-Daten zu harten klinischen Endpunkten liegen nicht vor.