Welche Nahrungsergänzungsmittel stärken nachweislich die Knochen?
Für die Stärkung der Knochen ist die Kombination aus Calcium und Vitamin D am besten belegt, besonders bei einem Mangel oder erhöhtem Frakturrisiko. Vitamin K2 zeigt ermutigende Ergebnisse bei postmenopausalen Frauen, aber sprich die richtige Dosierung und Kombination mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab, denn zu viel von jedem Nahrungsergänzungsmittel hat auch Nachteile.
Die Kombination aus Calcium und Vitamin D ist am stärksten belegt. Eine Metaanalyse von 8 randomisierten Studien mit knapp 31.000 Teilnehmern zeigte, dass das Risiko für Knochenbrüche insgesamt um 15 % sank, bei Hüftfrakturen sogar um 30 %. Eine separate systematische Übersichtsarbeit bei postmenopausalen Frauen bestätigte, dass die Knochendichte an mehreren Stellen zunahm. Die beiden Stoffe verstärken sich gegenseitig: Calcium allein oder Vitamin D allein erzielen deutlich schwächere Effekte.
Vitamin D ohne zusätzliches Calcium hat bei Menschen ohne Vitamin-D-Mangel kaum messbaren Einfluss auf die Knochendichte. Eine systematische Übersichtsarbeit mit 70 statistischen Vergleichen fand nur 6 signifikant positive Ergebnisse, und selbst das war ein kleiner Vorteil am Schenkelhals. Ohne nachgewiesenen Mangel liefert Vitamin D allein kein überzeugendes Argument für eine Einnahme zugunsten der Knochen.
Vitamin K2 verbessert in mehreren randomisierten Studien bei postmenopausalen Frauen die Knochendichte in der Lendenwirbelsäule, und das Frakturrisiko sank signifikant, wenn eine Ausreißerstudie ausgeklammert wurde. Welche Studien man einbezieht, beeinflusst das Ergebnis spürbar. Zusätzlich zu einer bestehenden Osteoporosebehandlung mit Bisphosphonaten brachte Vitamin K keinen weiteren Gewinn für die Knochendichte, wie eine Studie mit 105 Frauen zeigte.
Calcium als eigenständiges Nahrungsergänzungsmittel wird zur Vorbeugung von Knochenbrüchen in der allgemeinen postmenopausalen Bevölkerung nicht empfohlen. Bei Menschen mit nachweislich niedriger Zufuhr oder schlechter Aufnahme im Darm kann es dennoch sinnvoll sein. Zu hohe Calciummengen aus Präparaten bergen Risiken, darunter mögliche Herzkreislaufprobleme. Für Magnesium und Phosphor ist die Datenlage für eine Supplementierung bei Knochengesundheit gering und stark vom Einzelfall abhängig.
Die Evidenz stützt sich auf mehrere Metaanalysen und systematische Übersichtsarbeiten mit zehntausenden Teilnehmern für Calcium und Vitamin D gemeinsam; für Vitamin K2 auf eine Metaanalyse von 10 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs); für Vitamin D allein sowie Calcium allein ebenfalls auf systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen. Eine RCT (n=105) untersuchte Vitamin K als Ergänzung zu Bisphosphonaten.