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Ist ein hoher Blutdruck nachts gefährlicher als tagsüber?

Nächtlich erhöhter Blutdruck ist gefährlicher als tagsüber erhöhter Blutdruck. Lass eine 24-Stunden-Messung durchführen, wenn du an deinen Nachtwerten zweifelst, und besprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob deine Behandlung daraufhin angepasst werden sollte.

Nächtlich erhöhter Blutdruck sagt Herzerkrankungen und frühzeitigen Tod besser voraus als tagsüber erhöhter Blutdruck. Wenn Forschende in Analysen bei Menschen mit Bluthochdruck Tag- und Nachtwerte gleichzeitig berücksichtigten, blieb der nächtliche Blutdruck ein klarer Risikofaktor, während der Tageswert nichts Zusätzliches beisteuerte. Dieses Muster zeigte sich bei Männern und Frauen, Jüngeren und Älteren sowie bei Menschen, die bereits blutdrucksenkende Medikamente einnahmen.

Wie groß der Unterschied ist, zeigt eine Studie mit über 1.300 Teilnehmenden. Jeder Millimeter höherer nächtlicher Blutdruck war mit vier Prozent mehr Risiko für ein schweres Herzereignis oder Herzversagen verbunden. Oberhalb eines nächtlichen systolischen Werts von 148 mmHg stieg dieses Risiko besonders steil an. Die Tageswerte zeigten in derselben Gruppe keinen signifikanten Zusammenhang. Bei Menschen über 80 war der Effekt noch ausgeprägter: Sie hatten bei hohem Nachtblutdruck mehr als doppelt so hohes Risiko für ein Herzereignis oder Tod, auch nach Bereinigung um die Tageswerte.

Neben der absoluten Höhe des Nachtblutdrucks spielt auch das Verlaufsmuster eine Rolle. Normalerweise sinkt der Blutdruck nachts um zehn bis zwanzig Prozent. Menschen, bei denen dieser Abfall ausbleibt oder der Blutdruck nachts sogar ansteigt, haben ein deutlich erhöhtes Risiko. Umgekehrt schnitten Menschen mit einem besonders starken nächtlichen Abfall günstiger ab. Welcher Wert, der absolute Nachtwert oder das Abfallmuster, der bessere Prädiktor ist, lässt sich derzeit noch nicht abschließend sagen.

Nächtlich erhöhter Blutdruck tritt häufiger bei Menschen mit Schlafapnoe, Nierenerkrankung, Diabetes oder Störungen des Nervensystems auf. Bei diesen Gruppen ist der Zusammenhang mit Organschäden am deutlichsten. Wer wissen möchte, wie die eigenen Nachtwerte aussehen, kann eine 24-Stunden-Blutdruckmessung durchführen lassen, die auch die Schlafstunden erfasst. Heimgeräte, die nachts automatisch messen, sind eine Alternative. Blutdruckmittel gezielt abends einzunehmen, um den Nachtdruck zu senken, klingt naheliegend, hat aber in mehreren Studien keinen einheitlichen Langzeitvorteil gezeigt. Ändere das also nicht auf eigene Faust, sondern besprich es zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Die Belege
7 Studien · 2 Meta-Analysen · ≈ 6.000 Teilnehmer

Diese Antwort stützt sich auf zwei großangelegte Zusammenfassungen mehrerer Studien, ergänzt durch Beobachtungsstudien in spezifischen Gruppen (darunter Menschen über 80 und gematchte Patientengruppen). Es handelt sich dabei um Zusammenhänge, keine bewiesene Ursächlichkeit, denn niemand wurde zufällig einer Gruppe mit hohem Nachtblutdruck zugeteilt. Der Zusammenhang selbst ist jedoch konsistent und in verschiedenen Patientengruppen repliziert worden, was ihn verlässlich macht. Ob eine abendliche Medikamenteneinnahme (Chronotherapie) Herzereignisse verhindert, ist schwach belegt: Die vorliegenden Studien kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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