Kann hoher Blutdruck mit 40 später zu Demenz führen?
Bluthochdruck mit 40 erhöht das spätere Demenzrisiko nachweislich – und eine frühzeitige Behandlung kann dieses Risiko offenbar senken. Lass deinen Blutdruck messen und besprich mit deinem Arzt, ob und wie behandelt werden sollte.
Wer in seinen Vierzigern und Fünfzigern zu hohen Blutdruck hat, trägt nachweislich ein erhöhtes Demenzrisiko im Alter. Die ARIC-Kohortenstudie zeigte: Bei 45- bis 54-Jährigen mit vaskulären Risikofaktoren – darunter Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen – waren rund 22 % aller Demenzkranken vor dem 80. Lebensjahr auf genau diese Faktoren zurückzuführen. Bei den 55- bis 64-Jährigen lag dieser Anteil sogar bei 26 %. Die Forschenden sprechen von einer bedeutsamen Präventionschance.
Biologische Schäden entstehen dabei lange vor einer Demenzdiagnose. Menschen mit Bluthochdruck im mittleren Lebensalter wiesen einen schneller ansteigenden Blutwert für Nervenzellschäden auf als Gleichaltrige mit normalem Blutdruck. Der Schaden baut sich schleichend auf, ohne dass man ihn bemerkt.
Bluthochdruck hängt auch in größeren Datensätzen mit dem Demenzrisiko zusammen. In einer großen US-amerikanischen Kohortenstudie war Bluthochdruck mit einer um 15 % erhöhten Wahrscheinlichkeit verbunden, an Demenz zu erkranken. Einer weltweiten Schätzung zufolge zählt Bluthochdruck im mittleren Alter zu sieben gemeinsam beeinflussbaren Ursachen, auf die zusammen fast 28 % aller Alzheimer-Fälle entfallen.
Eine Behandlung scheint auch dem Gehirn zugutezukommen. Im SPRINT MIND-Trial senkte eine intensive Blutdrucktherapie mit einem Zielwert unter 120 mmHg das Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen deutlich. Der Effekt auf bereits ausgebrochene Demenz war positiv, verfehlte jedoch knapp die statistische Signifikanzgrenze.
Ein hoher Konsum flavonoidreicher Lebensmittel wie Tee, Beeren und Rotwein war in der UK-Biobank-Studie mit mehr als 120.000 Teilnehmenden mit einem um 28 % niedrigeren Demenzrisiko verbunden. Bei Menschen mit Bluthochdruck fiel dieser Zusammenhang sogar noch ausgeprägter aus. Es handelt sich um Beobachtungsdaten ohne Kausalitätsbeweis, doch sie bieten einen konkreten Ansatzpunkt für den Alltag.
Alle Aussagen beruhen auf Beobachtungskohortenstudien (ARIC, Health and Retirement Study, UK Biobank) sowie einem randomisierten Trial (SPRINT MIND). Beobachtungsstudien belegen keinen ursächlichen Zusammenhang. Der SPRINT MIND-Trial liefert einen kausalen Hinweis auf den Nutzen der Behandlung, doch das Ergebnis für Demenz selbst erreichte die statistische Signifikanzschwelle knapp nicht.