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Können Menschen bald neue Zähne nachwachsen lassen?

Die Stammzellforschung zeigt greifbare Ergebnisse bei der Reparatur beschädigten Zahngewebes, etwa bei Kindern mit Stammzellen aus Milchzähnen. Einen vollständigen neuen Zahn beim Menschen nachwachsen zu lassen ist bisher nicht gelungen.

Zahnschmelz kann der Körper nicht selbst reparieren, und ein verlorener Zahn wächst nicht nach. Im Labor ist es Forschern dennoch gelungen, schmelzbildende Zellen aus Stammzellen herzustellen. Das ist ein bemerkenswerter Schritt, aber noch keine Behandlung: Alles findet im Labor statt, nicht im Mund einer Patientin oder eines Patienten.

Dazu kommen vielversprechende Ergebnisse aus Tierversuchen mit Stammzellen aus der Zahnpulpa, der weichen Schicht im Inneren eines Zahns, sowie aus dem Zahnhalteapparat, dem Gewebe, das den Zahn im Kiefer verankert. Außerdem verstehen Wissenschaftler immer besser, welche Vorgänge einen Zahn im Mutterleib entstehen lassen, und versuchen dieses Wissen zu nutzen, um biologisch gewachsene Ersatzzähne zu entwickeln. Einen vollständigen, funktionsfähigen Ersatzzahn hat man beim Menschen bisher nicht erzeugt.

Es gibt ein positives Ergebnis an echten Patientinnen und Patienten, aber es handelt sich um einen sehr spezifischen Fall. Kindern mit einem beschädigten bleibenden Zahn wurden Stammzellen aus ihren eigenen Milchzähnen implantiert. Nach zwölf Monaten war nachweislich Zahnpulpa nachgewachsen, einschließlich Blutgefäßen und Nerven, und die Wurzel hatte sich weiterentwickelt. Nach zwei Jahren gab es keine Nebenwirkungen, doch die Studie umfasste lediglich zwanzig Kinder. Außerdem geht es um die Regeneration eines beschädigten Zahns bei Kindern mit noch unreifen Wurzeln, nicht darum, einen völlig neuen Zahn wachsen zu lassen.

Biomaterialien als Gerüst für Zahngewebe spielen in dieser Forschung eine unterstützende Rolle. Wurzelregeneration gilt unter Forschern als ein etwas realistischeres Nahziel als die Regeneration eines ganzen Zahns, doch auch hier fehlen Studien am Menschen. Wer heute einen Zahn verliert, hat als beste Option ein Implantat oder, wenn sich der eigene Zahn mit Aufwand retten lässt, eine gezielte zahnmedizinische Behandlung.

Die Belege
7 Studien · 1 randomisierte Studie · ≈ 46 Teilnehmer

Diese Antwort stützt sich auf eine Studie mit 26 Kindern zur Stammzellimplantation in beschädigte Zähne, mehrere Übersichtsarbeiten zu Stammzelltechnologie und Gewebeengineering für Zahnregeneration sowie eine Übersichtsarbeit zur intentionellen Zahnreplantation. Das einzige Experiment am Menschen mit einem positiven Ergebnis ist klein und auf eine sehr spezifische Situation beschränkt. Für die vollständige Zahnregeneration existieren bislang nur Labor- und Tierversuche. Keine der Übersichtsarbeiten fasste Studien statistisch zusammen; sie beschreiben den Stand des Fachgebiets.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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