Lebst du länger, wenn du Tennis oder Squash spielst?
Für Tennis gibt es Hinweise auf einen substanziellen Gewinn an Lebenserwartung, für Squash fehlt die Evidenz vollständig. Wer auf Basis des aktuellen Wissensstands entscheiden muss, liegt mit Tennis klar vorn.
Tennis ist die einzige Racketsportart, für die direkte Daten zur Lebenserwartung vorliegen. In einer großen Kopenhagener Studie mit einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 25 Jahren lebten Tennisspielerinnen und -spieler knapp 10 Jahre länger als völlig inaktive Menschen. Das ist der höchste Wert aller in dieser Untersuchung erfassten Sportarten. Badminton folgte auf Platz zwei mit gut 6 Jahren Gewinn. Squash wurde in dieser Studie nicht gesondert ausgewertet.
Eine weitere große Untersuchung mit über 95.000 internationalen Spitzensportlerinnen und -sportlern kam zu ähnlichen Ergebnissen. Racketsportarten insgesamt (Tennis und Badminton zusammengefasst) schnitten gut ab: Männliche Athleten lebten bis zu knapp 6 Jahre länger als die Allgemeinbevölkerung, Frauen rund 3 Jahre. Squash war auch hier keine eigene Kategorie, ein direkter Vergleich mit dieser Sportart ist daher nicht möglich.
Die knapp 10 Jahre bei Tennis klingen beeindruckend, müssen aber eingeordnet werden. Eine ältere Studie, die körperliche Aktivität allgemein betrachtete ohne nach Sportart zu unterscheiden, fand lediglich 1 bis 2 Jahre zusätzliche Lebenserwartung bei ausreichend aktiven Menschen. Dieser Unterschied deutet darauf hin, dass die hohen Tenniswerte zum Teil durch die Zusammensetzung der Gruppe erklärbar sind: Menschen mit mehr sozialen Kontakten, besserem Zugang zu Sport oder anderen günstigen Lebensumständen spielen häufiger Tennis. Die Forschenden der Kopenhagener Studie nennen soziale Interaktion ausdrücklich als möglichen Erklärungsfaktor.
Für Squash fehlen schlicht Daten zur Lebenserwartung. Ob Squash ähnlich gut abschneidet wie Tennis oder Badminton, ist daher unbekannt. Wer sich auf die verfügbare Evidenzlage stützt, findet für Tennis die stärkste Grundlage für einen Zusammenhang mit längerer Lebenserwartung.
Die Antwort stützt sich auf zwei große Beobachtungsstudien mit langjährigem Follow-up (eine Kopenhagener Stadtkohorte und ein internationaler Sportdatensatz), ergänzt durch eine klassische amerikanische Alumni-Studie und eine Analyse von Tennischampions. In allen vier Studien wurden Menschen über Zeit beobachtet; ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ist nicht belegt. Squash fehlt in allen herangezogenen Quellen als eigenständige Kategorie. Die Zahlen für Frauen im internationalen Sportdatensatz basieren auf einer kleinen Teilgruppe des Gesamtdatensatzes, was ihre Aussagekraft einschränkt.
Reichen 75 Minuten Bewegung pro Woche schon aus?
75 Minuten intensive Bewegung pro Woche bringen bereits fast den maximalen Nutzen für deine Lebenserwartung. Achte zusätzlich darauf, tagsüber nicht zu lange am Stück zu sitzen, denn das ist ein eigenständiges Risiko.
Warum hören manche Zellen auf, sich zu teilen, wenn wir älter werden?
Zellen hören auf, sich zu teilen, weil ihre Chromosomenenden verschleißen und sich DNA-Schäden anhäufen: ein Schutzmechanismus, der im höheren Alter zum Problem wird, weil sich die stillgelegten Zellen ansammeln. Behandlungsansätze dafür befinden sich noch in der Forschungsphase und sind nicht zur Selbstanwendung geeignet.