Macht eine NAD+-Infusion etwas, was eine NMN-Kapsel nicht macht?
Es gibt keine Studie, die eine NAD+-Infusion direkt mit einer oralen NMN-Kapsel vergleicht, ein Vorteil der Infusion ist also nicht belegt. Wer mit NAD+-Unterstützung beginnen möchte, hat mit oralem NMN die einzige Option mit zumindest einer gewissen klinischen Datenbasis.
Es gibt keine direkte Vergleichsstudie, die eine NAD+-Infusion und eine orale NMN-Kapsel bei denselben Personen und denselben Zielgrößen getestet hat. Eine Aussage darüber, was eine Infusion 'zusätzlich leistet', lässt sich auf Basis der verfügbaren Studien schlicht nicht belegen.
Was orales NMN tatsächlich bewirkt, ist inzwischen recht gut dokumentiert. In einer randomisierten doppelblinden Studie mit gesunden Erwachsenen mittleren Alters stieg die NAD+-Konzentration im Blut messbar und dosisabhängig bei 300, 600 und 900 mg pro Tag, mit dem stärksten Anstieg bei 600 und 900 mg. Das ist besser als nichts, doch die Forschenden stellen auch fest, dass die Effekte beim Menschen geringer ausfallen, als Tierversuche erwarten lassen. Die Kapsel erhöht NAD+ im Blut, aber ob das auch die NAD+-Spiegel in Herz, Muskeln, Gehirn oder Leber ausreichend anhebt, bleibt unklar. Bei Menschen mit Adipositas und einer Fettleber etwa waren die klinischen Effekte bislang bescheiden.
Intravenöse Gabe von NADH (ein verwandtes Molekül, nicht identisch mit NAD+) wurde bei 15 Parkinsonpatienten untersucht. Diese kleine Studie ohne Kontrollgruppe zeigte eine Verbesserung motorischer Symptome und eine höhere Levodopa-Verfügbarkeit im Blut. Das sagt jedoch nichts über NAD+-Infusionen bei gesunden oder alternden Menschen ohne Parkinson aus, und die Beweiskraft dieser einzelnen Studie ist zu schwach für belastbare Schlussfolgerungen.
Die Theorie besagt, dass eine Infusion die Darmbarriere umgeht und direkte Spitzenspiegel im Blut erzeugt. Ob diese Spitzenspiegel aber Zielgewebe besser erreichen als eine Kapsel, ist nicht nachgewiesen. Solange es keine Vergleichsstudie gibt, ist eine Infusion vor allem teurer und invasiver, nicht aber nachweislich wirksamer.
Die Aussagen stützen sich auf mehrere kleine bis mittelgroße RCTs und offene Studien zu oralem NMN (PMID 36482258, 36797393, 38191197), zwei Übersichtsarbeiten zur Lücke zwischen Tier- und Humanstudien (PMID 37335049, 33932956) sowie eine kleine Beobachtungsstudie zu intravenösem NADH bei Parkinson (PMID 9013405). Eine Vergleichsstudie zwischen NAD+-Infusion und oralem NMN ist in den Quellen nicht vorhanden.