Schaden kohlensäurehaltige Getränke deinen Knochen?
Hoher Konsum zuckerhaltiger Softdrinks ist mit einer geringeren Knochendichte assoziiert – dieser Effekt entsteht aber wahrscheinlich zum Teil dadurch, dass Softdrinks kalziumreiche Getränke verdrängen. Schränke deinen Konsum ein, besonders wenn du ohnehin wenig Milch oder andere Kalziumquellen zu dir nimmst.
Zuckerhaltige Softdrinks in großen Mengen sind mit einer geringeren Knochendichte verbunden. Eine Metaanalyse aus 26 Studien mit über 124.000 Teilnehmenden zeigte einen deutlich negativen Zusammenhang, am stärksten bei Frauen und bei Personen unter 50 Jahren. Ob der Softdrink selbst das Problem ist oder ob er schlicht gesündere Getränke wie Milch verdrängt, lässt sich aus diesen Beobachtungsdaten nicht ablesen.
Bei moderatem Konsum sieht die Lage anders aus. In einer großen Studie mit über tausend Frauen zwischen 44 und 98 Jahren war mäßiger Softdrinkkonsum nach Berücksichtigung von Alter, Kalziumzufuhr, Bewegung und Hormonstatus nicht mit einer niedrigeren Knochendichte verknüpft. Wie viel du trinkst, macht also einen echten Unterschied.
Auch die Art des Getränks spielt eine Rolle. Die Kohlensäure selbst ist wahrscheinlich nicht das eigentliche Problem. Als mögliche Ursachen werden Phosphorsäure, Koffein und Zucker diskutiert, wobei der Verdrängungseffekt auf kalzium- und vitamin-D-reiche Getränke den größten Anteil haben dürfte. Cola schneidet dabei schlechter ab als andere Softdrinks ohne Cola-Basis.
Bei Jugendlichen, besonders bei Mädchen, gibt es Hinweise darauf, dass ein hoher Softdrinkkonsum während der Pubertät den Aufbau von Knochenmasse bremst. In diesen Jahren wächst das Skelett seinem Höchstwert entgegen. Eine koreanische Studie fand zwar einen entsprechenden Zusammenhang, stellte aber fest, dass Muskelmasse, BMI und Kalziumzufuhr die stärkeren Einflussfaktoren waren. Den eigenständigen Beitrag von Softdrinks herauszurechnen, ist dadurch schwierig.
Knochengesundheit hängt von vielen Faktoren gleichzeitig ab: Kalzium, Vitamin D, Magnesium, Protein und Bewegung spielen alle eine Rolle. Softdrinks sind ein Teil dieses Gesamtbildes, aber kein alleiniger Bestimmungsfaktor. Wer täglich viele zuckerhaltige Softdrinks trinkt und dadurch weniger Milch, Wasser oder andere kalziumreiche Getränke aufnimmt, hat damit den konkretesten Grund, den Konsum zu reduzieren.
Alle Aussagen basieren auf Beobachtungsstudien sowie einem systematischen Review mit Metaanalyse; randomisierte kontrollierte Studien liegen nicht vor. Ein kausaler Zusammenhang ist nicht belegt.