Gibt es Ernährungsmuster, die Knochenbrüche nachweislich reduzieren?
Fermentierte Milchprodukte, ausreichend Obst und Gemüse sowie ein abwechslungsreiches Ernährungsmuster mit Protein und Kalzium sind für den Knochenschutz am besten belegt – während Softdrinks, Alkohol und eine zu einseitige vegane Ernährung ohne gezielte Ergänzung das Frakturrisiko erhöhen.
Fermentierte Milchprodukte wie Joghurt und Käse zeigen den konsistentesten Zusammenhang mit einem niedrigeren Hüftfrakturrisiko. Sie liefern sowohl Kalzium als auch hochwertiges Protein; möglicherweise spielt auch das Darmmikrobiom eine Rolle. Dieser Befund taucht in mehreren Beobachtungsstudien auf. Wer täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse isst, hat ebenfalls ein geringeres Hüftfrakturrisiko; wer darunter bleibt, ist stärker gefährdet.
Die mediterrane Ernährung – mit Ballaststoffen, Pflanzenstoffen, Hülsenfrüchten, Fisch und fermentierten Milchprodukten – schneidet in Beobachtungsstudien günstig ab. Eine höhere Proteinzufuhr wirkt sich ebenfalls positiv aus, allerdings nur, wenn gleichzeitig genug Kalzium aufgenommen wird. Ohne ausreichend Kalzium bleibt der schützende Effekt des zusätzlichen Proteins aus.
Eine rein pflanzliche Ernährung erhöht das Frakturrisiko, vermutlich wegen eines Mangels an Kalzium und tierischem Protein. Wer sich vegan ernährt und gezielt nichts ergänzt, hat ein höheres Knochenbruchrisiko. Eine große chinesische Studie mit knapp 18.000 Teilnehmern zeigt außerdem, dass ein Ernährungsmuster reich an Fleisch, Eiern, Milchprodukten, Gemüse und Obst das Risiko für Wirbelkörperfrakturen bei älteren Frauen um 34 bis 39 Prozent senkte – verglichen mit Frauen, die wenig Fleisch aßen. Dabei handelt es sich um Beobachtungsforschung, sodass andere Einflussfaktoren nicht ausgeschlossen werden können.
Softdrinks und frittierte Lebensmittel hängen mit einer geringeren Knochendichte zusammen. In französischen Leitlinien werden täglicher Softdrinkkonsum und regelmäßiger Alkohol explizit wegen ihrer negativen Wirkung auf die Knochengesundheit abgeraten.
Kalzium und Vitamin D über die Ernährung sind unverzichtbar. Bei Tabletten und Kapseln ist die Lage dagegen weniger eindeutig: Neuere Studien zweifeln daran, ob Nahrungsergänzungsmittel das Frakturrisiko tatsächlich senken. Wenn du wissen willst, ob du unterversorgt bist, besprich das mit deinem Arzt, bevor du anfängst zu supplementieren.
Alle Aussagen beruhen auf Beobachtungsstudien und Reviews; große randomisierte Studien, die Ernährungsmuster als Ganzes auf Frakturreduktion testen, fehlen bislang. Kausalität ist nicht nachgewiesen.