Schützt regelmäßiges Saunieren vor geistigem Abbau?
Es gibt Hinweise, dass sehr häufiges Saunieren (vier- bis siebenmal pro Woche) mit einem geringeren Demenzrisiko zusammenhängt, doch die Evidenz ist rein beobachtend und bislang weder bei Frauen noch bei anderen Gruppen bestätigt. Es ist ein interessanter Lebensstilfaktor, aber kein bewiesener Schutz.
Männer, die vier bis siebenmal pro Woche in die Sauna gingen, hatten in einer finnischen Kohortenstudie ein 66 % niedrigeres Demenzrisiko und ein 65 % niedrigeres Alzheimer-Risiko als Männer, die das nur einmal pro Woche taten. Das sind beachtliche Zahlen. Die Studie beobachtete allerdings ausschließlich finnische Männer mittleren Alters und belegt keinen ursächlichen Zusammenhang. Es handelt sich um eine Assoziation: Gesündere Menschen gehen vielleicht schlicht häufiger in die Sauna.
Wer zwei- bis dreimal pro Woche ging, zeigte keinen statistisch nachweisbaren Vorteil. Der Trend war positiv, aber die Streubreite der Ergebnisse war zu groß, um bei dieser Häufigkeit einen Schutzeffekt zu belegen. Erst ab vier bis sieben Einheiten pro Woche wurde der Unterschied deutlich.
Als mögliche Erklärungen nennen Übersichtsarbeiten mehrere biologische Mechanismen: Wärme verbessert die Gefäßfunktion, senkt den Blutdruck und aktiviert sogenannte Hitzeschockproteine, also körpereigene Schutzproteine, die schädlichen Eiweißablagerungen im Gehirn entgegenwirken. Auch die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin und ihre Energieproduktion können sich verbessern. Dazu gibt es bisher überwiegend Tier- und Labordaten; randomisierte Studien am Menschen fehlen weitgehend.
Zur Sicherheit zeigt die Datenlage, dass schwere Zwischenfälle in der Sauna selten sind, aber häufiger auftreten bei Alkoholkonsum, beim alleinigen Saunieren oder bei bestehenden Herzproblemen. Wer Medikamente nimmt oder eine chronische Erkrankung hat, sollte das Saunieren vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
Die Befunde stützen sich auf eine finnische Kohortenstudie an Männern (PMID 27932366), mehrere Übersichtsarbeiten (PMID 30077204, 32969779, 37270272, 30561752) sowie eine kleine Studie mit 7 Frauen (PMID 2906506). Randomisierte kontrollierte Studien liegen nicht vor.