Helfen Gehirntrainingsspiele gegen kognitiven Abbau?
Kognitives Training hat einen nachweisbaren, wenn auch bescheidenen Nutzen bei Menschen mit Alzheimer oder leichter Demenz, wirkt aber nicht bei allen, und bei progredienter MS wurde sogar kein Effekt gefunden. Wenn du selbst oder jemand in deinem Umfeld bereits Gedächtnisprobleme hat, lohnt es sich, das mit einer Fachperson zu besprechen.
Kognitives Training hilft Menschen mit bereits bestehenden Gedächtnisproblemen mäßig, sagt aber nichts darüber aus, ob es bei gesunden Menschen Abbau verhindern kann. Bei Alzheimer und leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) zeigten Metaanalysen einen mittelgroßen positiven Effekt auf die allgemeine Denkleistung, der bei Alzheimer etwas ausgeprägter war als bei MCI. Diese Verbesserung blieb auch bei der Nachbeobachtung sichtbar.
Bei leichter Demenz wirkt kognitives Training am deutlichsten. Je schwerer die Demenz, desto unsicherer der Nutzen. Kognitive Rehabilitation, bei der Menschen lernen, mit alltäglichen Einschränkungen umzugehen, verringert außerdem die Belastung pflegender Angehöriger. Das sind wertvolle praktische Gewinne, auch wenn die kognitiven Effekte nicht spektakulär groß sind.
Ob Hirnstimulation kognitives Training sinnvoll ergänzt, bleibt offen. Eine methodisch solide randomisierte Studie fand keinen Vorteil der Kombination beim primären Zielwert. Ein schwaches positives Signal beim Arbeitsgedächtnis verschwand, sobald die strengste Analysemethode angewendet wurde. Das bremst allzu optimistische Aussagen über verstärkte Trainingsprotokolle.
Bei progredienter Multipler Sklerose brachte kognitive Rehabilitation in einer großen internationalen Studie über sechs Länder keinen messbaren Nutzen. Bei Parkinson gibt es erste Hinweise, doch ob Training den Übergang zur Demenz verzögert, zeigen bisher nur kleine Vorstudien.
Basiert auf zwei Metaanalysen/systematischen Reviews (PMID 38937842, 39485657), einer großen internationalen RCT (PMID 36931302/32949546), einer doppelblinden placebokontrollierten RCT (PMID 38212815), einem Überblick zu Parkinson (PMID 28257128) und einem Konsensusbeitrag zur Alzheimer-Behandlung (PMID 40442885). Alle Studien beziehen sich auf Menschen mit bestehenden kognitiven Beschwerden oder Erkrankungen, nicht auf gesunde ältere Erwachsene.