Warum wirst du häufiger krank, wenn du eine Diät machst?
Eine kalorienarme Diät kann die Immunabwehr schwächen: durch Mängel an Mineralstoffen wie Magnesium, eine gestörte Darmflora und gedämpfte Immunreaktionen. Achte während einer Diät auf eine ausreichende Mikronährstoffversorgung, um dieses Risiko zu begrenzen.
Viele Diäten liefern vorübergehend zu wenig Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe und andere Nährstoffe, die deine Immunzellen für eine reibungslose Funktion brauchen. Magnesium ist dafür ein konkretes Beispiel. Ohne ausreichend Magnesium können Killer-T-Zellen, also die Immunzellen, die Krankheitserreger direkt bekämpfen, ein aktivierendes Protein auf ihrer Oberfläche nicht richtig nutzen. Sie erkennen Infektionen dadurch langsamer und reagieren träger. Das ist kein indirekter Effekt: Der Zusammenhang ist als ursächlich belegt.
Ein weiterer Mechanismus läuft über den Darm. Jede ernsthafte Ernährungsumstellung verändert die Zusammensetzung deiner Darmbakterien. Eine solche Störung geht Hand in Hand mit geschwächter Immunabwehr und schlechterem Stoffwechsel. Deine Darmbakterien trainieren nämlich auch dein Immunsystem; wenn dieses Gleichgewicht wegfällt, merkst du das.
Kalorienrestriktion senkt außerdem Entzündungsmarker im Blut, etwa CRP und bestimmte Signalmoleküle, die die Immunantwort steuern. Das klingt zunächst gut, aber dasselbe System, das chronisch-niedriggradige Entzündungen dämpft, reguliert auch die aktive Abwehr gegen neue Viren oder Bakterien. Weniger chronische Entzündung bedeutet also nicht automatisch besseren Schutz.
Intermittierendes Fasten hat gemischte Effekte. Es kann die Blutzuckerregulation verbessern und bestimmte Entzündungsprozesse abschwächen, wirkt sich gleichzeitig aber zeit- und gewebeabhängig auf Immunzellen aus, und diese Wirkungen sind nicht eindeutig positiv. Ob du häufiger oder seltener krank wirst, hängt von der Fastenform, der Dauer und der Nahrungsauswahl in den Essensphasen ab.
Bestimmte Ernährungsweisen, etwa die mediterrane Ernährung und manche Formen der Kalorienrestriktion, scheinen die Darmbarriere zu stärken und den Teil der Immunabwehr zu verbessern, der aus früheren Infektionen lernt. Die Evidenz dafür ist jedoch vorläufig, stammt größtenteils aus Reviewstudien und reicht noch nicht für belastbare Empfehlungen.
Basiert auf vier Primärquellen (PMID 38719726, 35219904, 35051368, 41425546, 30923193), darunter teilweise Reviewstudien. Der ursächliche Zusammenhang zwischen Magnesium und T-Zellfunktion ist am stärksten belegt. Die übrigen Zusammenhänge sind wahrscheinlich ursächlich, aber nicht abschließend gesichert.