longevitywatch

Was ist Brain Fog eigentlich, und wo kommt er her?

Brain Fog ist eine reale Beschwerde, die bei verschiedenen Erkrankungen vorkommt, die genauen Ursachen sind aber noch nicht entschlüsselt. Wenn du dauerhaft unter Konzentrations- oder Gedächtnisproblemen leidest, lohnt es sich, das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen, damit behandelbare Ursachen wie Schilddrüsen- oder Hormonprobleme ausgeschlossen werden.

Brain Fog ist keine offizielle Diagnose, sondern ein Sammelbegriff für ein Beschwerdebild: Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, verlangsamte Informationsverarbeitung und Probleme beim Planen oder Organisieren. Betroffene beschreiben es als "Denken durch Watte". Wissenschaftlich ist Brain Fog bislang unscharf definiert und noch schwerer zuverlässig zu messen.

Das am besten untersuchte Beispiel ist derzeit Long-COVID. Nach einer COVID-19-Infektion halten kognitive Beschwerden bei einem Teil der Menschen über Monate an. Als mögliche Ursachen werden eine anhaltende Immunreaktion, Schäden an den kleinen Blutgefäßen im Gehirn sowie eine direkte Schädigung des Nervensystems durch das Virus selbst untersucht, etwa durch Entzündungsprozesse oder Sauerstoffmangel. Welcher Mechanismus am stärksten beiträgt, ist offen. Auffällig in Studien mit Long-COVID-Patientinnen und -Patienten: Je schwerer die körperlichen Beschwerden und Stimmungsprobleme, desto schlechter auch die kognitiven Leistungen.

ME/CFS (ein Syndrom aus schwerer chronischer Erschöpfung und teils starken Schmerzen) zeigt ein ähnliches Muster, wobei die Beschwerden im Schnitt ausgeprägter sind. In dieser Gruppe hängen Angst und körperliche Erschöpfung am stärksten mit kognitivem Abbau zusammen. Fibromyalgie hat für dieses Phänomen sogar einen eigenen Begriff: "Fibro-Fog", allerdings ist die Datenlage dazu in den verfügbaren Studien dünn.

Brain Fog tritt auch bei Hormonerkrankungen auf. Frauen in den Wechseljahren berichten häufig über Konzentrations- und Gedächtnisprobleme. Schlafstörungen durch die Wechseljahre und der sinkende Östrogenspiegel gelten als beitragende Faktoren. Bei Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion, die Schilddrüsenhormone einnehmen, kommen vergleichbare Beschwerden vor, warum das so ist, bleibt unklar.

Was all diese Situationen verbindet: Brain Fog ist fast nie die Folge einer einzigen Ursache. Er scheint vielmehr ein Endpunkt zu sein, an dem sich mehrere Störungen überlagern und gegenseitig verstärken, darunter Entzündungsprozesse, hormonelle Veränderungen, Schlafprobleme und Stimmungstiefs.

Die Belege
7 Studien · 1 systematische review

Basiert auf Reviews und einer systematischen Übersichtsarbeit; keine randomisierten Studien. Die meisten beschriebenen Zusammenhänge sind beobachtender Natur, keine nachgewiesenen Ursache-Wirkungs-Beziehungen.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
Verwandte Antworten
Reduziert Kreatin-Supplementierung Brain Fog?
Moderate Evidenz
Was macht ein Vitamin-D-Mangel mit deinem Gehirn?
Was sind weiße Flecken im Gehirn, und erhöhen sie das Demenzrisiko?
Ja · Starke Evidenz
Was macht Luftverschmutzung langfristig mit deinem Gehirn?
Ja · Moderate Evidenz
Schrumpft das Gehirn wirklich, wenn wir älter werden?
Schädigt jahrelanges Schlafdefizit das Gehirn?
Ja · Moderate Evidenz
Verwandte Forschung
07 Sep
Ein RNA-Regulator kehrt kognitive Einbußen bei Alzheimer-Mäusen um
07 Sep
Gealterte Immunzellen des Gehirns setzen ein schädliches Protein frei
07 Sep
Hirnregionen altern bei Lewy-Körper-Demenz unterschiedlich schnell
Ist deine Frage nicht dabei?
Stell sie, und wir finden es für dich heraus.
Eine Frage stellen
Newsletter

Bleib auf dem Laufenden

Zweimal pro Woche die wichtigste Longevity-Forschung in deinem Postfach.