Was ist ein gesunder Ruhepuls?
Für die meisten Erwachsenen liegt ein gesunder Ruhepuls grob zwischen 60 und 75 Schlägen pro Minute, wobei Frauen etwas höhere Werte aufweisen als Männer. Liegt dein Puls dauerhaft über 75 bis 80 bpm, sprich das mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an.
Bei gesunden Erwachsenen liegt der Ruhepuls im Durchschnitt zwischen 60 und 70 Schlägen pro Minute. Eine große brasilianische Studie mit gesunden, nicht medizierten Erwachsenen im Alter von 35 bis 74 Jahren ermittelte einen Mittelwert von 64 bpm bei Männern und 68 bpm bei Frauen. Bei jüngeren Erwachsenen (18 bis 40 Jahre) lag der Wert etwas höher, rund 71 bpm. Frauen haben generell einen etwas höheren Puls als Männer – das ist ein konsistenter Befund.
Ab einem Ruhepuls von 76 bis 78 bpm beginnen die Risiken zu steigen. In einer großen US-amerikanischen Bevölkerungsstudie (MESA) hatten Personen mit einem dauerhaft erhöhten Puls über 76 bpm ein 48 % höheres Risiko, innerhalb von gut zehn Jahren Vorhofflimmern zu entwickeln. Eine weitere Studie bei Herzpatienten zeigte, dass ein Puls ab 78 bpm mit einem gut dreieinhalb Mal höheren Sterberisiko durch Herzerkrankungen einherging. Letztere Gruppe waren allerdings bereits Patientinnen und Patienten eines Herzzentrums und nicht die allgemeine Bevölkerung – die absoluten Risiken lassen sich also nicht ohne Weiteres auf alle übertragen.
Wie hoch dein Ruhepuls ist, hängt stark von deinem Lebensstil und deiner Gesundheit ab. Regelmäßiges Training senkt ihn spürbar: Leistungssportler haben einen deutlich niedrigeren Ruhepuls als Menschen mit wenig Bewegung, was auf ein stärkeres und effizienteres Herz hinweist. Rauchen bewirkt das Gegenteil: Wer mehr als eine Schachtel pro Tag raucht, hat einen signifikant erhöhten Puls. Auch das Alter spielt eine Rolle: Im Schnitt sinkt der Ruhepuls mit zunehmendem Alter. Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder chronische Lungenerkrankungen beeinflussen ihrerseits das Nervensystem, das den Herzrhythmus steuert, was sich in veränderten Pulsmustern niederschlägt.
Eine einzelne Zahl sagt also nicht alles. Ein Ruhepuls von 50 bpm bei jemandem, der viel Sport treibt, ist etwas ganz anderes als derselbe Wert bei einer Person ohne jegliche körperliche Aktivität. Liegt dein Ruhepuls dauerhaft über 75 bis 80 bpm, lohnt es sich, das mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt zu besprechen – besonders wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen.
Die Aussagen basieren auf mehreren Bevölkerungsstudien (n bis über 9.000), einer großen US-amerikanischen Kohortenstudie (MESA, n=6.261) sowie einer Fall-Kontroll-Studie bei Herzpatienten. Die Risikodaten sind assoziativ und nicht kausal belegt.