Was ist Spermidin und wo steckt es drin?
Spermidin ist ein Molekül, das natürlicherweise im Körper vorkommt, mit dem Alter abnimmt und über fermentierte Lebensmittel sowie Darmbakterien aufgenommen beziehungsweise produziert wird. Ob du extra Spermidin supplementieren solltest, ist eine andere Frage; was es ist und woher es kommt, ist dagegen gut beschrieben.
Spermidin ist ein kleines, stickstoffreiches Molekül, das natürlicherweise in fast allen Lebewesen vorkommt: von Hefen und Würmern bis hin zum Menschen. Der Körper stellt Spermidin selbst her, nimmt es aber auch über die Nahrung auf, und die Darmbakterien produzieren es zusätzlich.
Ein großer Teil des Spermidins im Körper stammt aus dem Darm. Beim Abbau von Proteinen bilden Darmbakterien sogenannte Polyamine, dabei entsteht zunächst Putrescin als Zwischenstufe, das anschließend zu Spermidin umgebaut wird. Der Darm ist damit eine der wichtigsten Quellen für den Körper.
Spermidin steckt auch in gewöhnlichen Lebensmitteln. Fermentierte oder gereifte Produkte enthalten in der Regel besonders viel davon. Bevölkerungsstudien zeigen, dass eine höhere Zufuhr über die Nahrung mit einer niedrigeren Sterblichkeit zusammenhängt, doch das ist eine Assoziation und kein Beweis für Ursache und Wirkung.
Ein bemerkenswertes Merkmal: Der Spermidinspiegel im Körper sinkt mit zunehmendem Alter. Ob dieser Rückgang beim Menschen tatsächlich zum Altern beiträgt, ist bislang nicht belegt. Was Forschende außerdem beschreiben: Spermidin aktiviert in Zellen dasselbe Reinigungssystem wie Fasten, weshalb es den Spitznamen "Fasten-Mimetikum" bekommen hat.
Alle Aussagen beruhen auf Übersichtsarbeiten und nicht einzeln gelisteten Studien (PMID 29371440, 42235230, 30306826, 29955838, 31940783, 32009110, 27841876). Randomisierte Studien oder Metaanalysen sind in den Quellen nicht enthalten. Aussagen über den altersbedingten Rückgang des Spermidins und das Sterblichkeitsrisiko sind rein assoziativer Natur.