Wie viel Taurin brauchst du pro Tag?
Eine offizielle Tagesdosis nur für Taurin existiert nicht. Der WHO-Richtwert von 13 mg/kg/Tag gilt für alle schwefelhaltigen Aminosäuren zusammen. Wer sich abwechslungsreich ernährt, kommt wahrscheinlich ohne Nahrungsergänzungsmittel aus. Veganer und Menschen mit künstlicher Ernährung sollten ihren Taurinstatus jedoch mit einem Arzt besprechen.
Eine offizielle Tagesdosis für Taurin gibt es für gesunde Erwachsene nicht. Die WHO hat allerdings einen kombinierten Richtwert für alle schwefelhaltigen Aminosäuren (Methionin, Cystein und Taurin zusammen) festgelegt: 13 mg pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Das Zwei- bis Dreifache dieser Menge gilt noch als unbedenklich, außer bei Frühgeburt, einem Enzymdefekt oder eingeschränkter Leberfunktion.
Der Körper stellt Taurin selbst aus schwefelhaltigen Aminosäuren her, doch diese Eigenproduktion ist begrenzt. Bei gesunden Menschen mit abwechslungsreicher Ernährung reicht sie in der Regel aus. Das ändert sich, wenn kaum Taurin über die Nahrung zugeführt wird: In einer Studie lagen die Taurin-Blutspiegel von Veganern im Schnitt bei 45 Mikromol/l, verglichen mit 58 Mikromol/l bei Nicht-Veganern, und die Ausscheidung über den Urin war mit 266 gegenüber 903 Mikromol pro Tag deutlich geringer. Die körpereigene Produktion gleicht eine fehlende Zufuhr also nur teilweise aus.
Bei Menschen, die über längere Zeit keine taurinhaltige Nahrung zu sich nehmen können und künstlich ernährt werden, ist das Bild eindeutiger: Nach durchschnittlich 44 Monaten sanken ihre Taurinspiegel auf 35 bis 49 Prozent der Normalwerte. Für diese Gruppe gilt Taurin als unverzichtbar und sollte der Ernährung zugesetzt werden. Dasselbe gilt für Frühgeborene: Taurin in der Säuglingsnahrung verbesserte bei ihnen die Fettaufnahme und die Hirnentwicklung.
Ob zusätzliches Taurin dem Herz oder dem Altern zugutekommt, lässt sich aus der vorhandenen Datenlage noch keine Dosierungsempfehlung ableiten. Dazu gibt es bisher überwiegend Tierdaten. Für Muskelfunktion und den Schutz vor zellschädigendem Stress gilt dasselbe.
Die Aussagen stützen sich auf Studien aus unterschiedlichen Jahrzehnten (1988–2023) ohne große randomisierte kontrollierte Studien. Die Veganer-Daten stammen aus einer einzigen Vergleichsstudie. Der WHO-Richtwert für schwefelhaltige Aminosäuren ist die konkreteste Referenz in den Quellen.