Was machen Medikamente gegen Knochenschwund (Bisphosphonate), und sind sie sicher?
Bisphosphonate reduzieren Knochenbrüche und erhöhen die Knochendichte bei Osteoporose. Bei hohem Frakturrisiko können sie bis zu zehn Jahre sicher eingesetzt werden, sofern du zahnärztliche Eingriffe vorab mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprichst.
Bisphosphonate hemmen die Zellen, die Knochen abbauen. Diese Zellen nehmen den Wirkstoff aus dem Knochengewebe auf, an das er sich gebunden hat, und sterben dann ab. Das Ergebnis: Der Knochenabbau nimmt deutlich ab, die Knochenmineraldichte steigt, und die Zahl der Knochenbrüche sinkt nachweislich bei Menschen mit Osteoporose. Mehrere Studien belegen das robust, und bei hohem Frakturrisiko überwiegt der Nutzen die Risiken bei einer Behandlungsdauer von bis zu zehn Jahren.
Das bekannteste Nebenwirkungsrisiko ist die Kieferknochennekrose: ein Zustand, bei dem ein Teil des Kieferknochens abstirbt und nicht mehr heilt. Das ist ein anerkannter Nachteil, auch wenn die genaue Ursache noch nicht vollständig geklärt ist. Vermutlich spielen sowohl die Anatomie des Kiefers als auch Bakterien in der Mundhöhle eine Rolle. Wer Bisphosphonate nimmt, sollte zahnärztliche Eingriffe daher vorab mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen.
Ein praktischer Vorteil von Bisphosphonaten gegenüber anderen Knochenmitteln ist, dass sie sich langfristig im Knochen einlagern. Die Wirkung lässt nach dem Absetzen also schrittweise nach, nicht abrupt. Bei manchen anderen Wirkstoffen, etwa Denosumab, ist das anders: Die Wirkung nimmt schnell ab, sobald die Behandlung endet, was in der Übergangsphase das Frakturrisiko erhöhen kann.
Obwohl die Wirksamkeit gut belegt ist, erhält eine große Mehrheit der Patientinnen und Patienten nach einer Hüftfraktur keine Osteoporosebehandlung. Eine internationale Studie zu mehr als vier Millionen Hüftfrakturen in neunzehn Ländern zeigte, dass nur elf bis fünfzig Prozent der Betroffenen danach ein Medikament verschrieben bekamen. Männer wurden noch seltener behandelt als Frauen, obwohl ihre Sterblichkeit innerhalb eines Jahres nach einer Hüftfraktur sogar höher lag. Diese Sterblichkeit variiert international zwischen vierzehn und knapp dreißig Prozent. Das macht deutlich, dass Unterbehandlung ein großes und lösbares Problem ist.
Alle Aussagen stützen sich auf mehrere PMIDs, darunter große internationale Studien und systematische Übersichtsarbeiten. Wirksamkeit und Wirkmechanismus sind stark belegt; das Risiko einer Kieferknochennekrose ist mäßig belegt (anerkannt, aber mechanistisch noch nicht vollständig aufgeklärt).