Bringt Knochenbrühe wirklich etwas für deine Knochen?
Tier- und Laborstudien liefern positive Signale, doch Studien am Menschen fehlen. Wer seine Knochen schützen möchte, sollte auf Calcium, Vitamin D und Bewegung setzen, denn nur dafür gibt es tatsächlich menschliche Evidenz.
In einer Tierstudie hemmte Knochenbrühe aus Huhn und Gemüse die Aktivität knochenabbauender Zellen. Ratten, die täglich Brühe oder einen Extrakt daraus erhielten, hatten eine höhere Knochendichte und ein größeres Knochenvolumen als Ratten ohne Brühe. Als vermutlich wirksame Substanzen gelten Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat, zwei Verbindungen, die natürlicherweise in Gelenken und Bindegewebe vorkommen.
Ergänzende Zellkulturversuche zeigten, dass der hyaluronsäure- und chondroitinsulfatreiche Anteil der Brühe am stärksten verhinderte, dass Vorläuferzellen zu knochenabbauenden Osteoklasten heranreiften. Das deutet auf einen möglichen Wirkmechanismus hin, doch für den Menschen gibt es bisher nur diese Ratten- und Zellkulturdaten.
Klinische Studien am Menschen fehlen vollständig. Was bei Ratten mit chirurgisch ausgelöstem Hormonausfall funktioniert, muss bei einem gesunden oder postmenopausalen Menschen nicht denselben Effekt haben. Wie viel Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat in einer gewöhnlichen Tasse selbst gekochter Brühe steckt und ob das für irgendeine Wirkung ausreicht, lässt sich auf Basis dieser Studien nicht beurteilen.
Für deine Knochengesundheit gibt es Maßnahmen mit einer deutlich solideren Grundlage beim Menschen: ausreichend Calcium und Vitamin D, Bewegung und bei Osteoporose gegebenenfalls Medikamente. Knochenbrühe ist unbedenklich und kann problemlos Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein, aber die Erwartung, dass sie deine Knochen stärkt, stützt sich bislang auf keinerlei Humanstudien.
Alle vorliegenden Aussagen stammen aus einer einzigen Studie (PMID 38317402), die sowohl ein Tierexperiment (ovariektomierte Ratten) als auch Zellkulturversuche umfasst. Humanstudien sind nicht verfügbar.