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Was macht Taurin in deinem Körper?

Taurin übernimmt nachweisbare Funktionen in Netzhaut, Herz und Gehirn, und sein Stellenwert für Säuglinge ist gut genug belegt, um es standardmäßig in Säuglingsnahrung aufzunehmen. Für gesundes Altern und Gewichtsmanagement sind die Humandaten zu gering, um daraus Schlüsse zu ziehen.

Taurin ist eine Substanz, die dein Körper selbst herstellt und die du über Fleisch und Fisch aufnimmst. In Gehirn, Herz und Netzhaut steckt sie in besonders hohen Konzentrationen – und das hat einen Grund.

Im Gehirn dämpft Taurin überschießende Nervenaktivität und hilft Zellen, ihr Volumen zu erhalten, etwa bei Austrocknung oder erhöhtem Salzgehalt im Blut. Für die Netzhaut scheint Taurin unverzichtbar zu sein: Säuglinge, die über eine Infusion ohne Taurin ernährt wurden, entwickelten Probleme bei der Netzhautreifung. Unter anderem deshalb ist Taurin heute in nahezu jeder Säuglingsnahrung enthalten, standardmäßig rund 50 mg pro Liter. Bei Augenerkrankungen neutralisiert Taurin schädliche Sauerstoffradikale und aktiviert schützende Enzyme; ob es Netzhauterkrankungen beim Menschen tatsächlich verlangsamt, wurde bislang nicht untersucht.

Am solidesten ist die Evidenzlage für das Herz: Studien an Menschen und Tieren deuten auf eine bessere Blutdruckregulation und Herzfunktion hin, und in Japan ist Taurin als Behandlung bei Herzinsuffizienz zugelassen. In diesen Studien erhielten Menschen mit Herzinsuffizienz Taurin; eine einheitliche Tagesdosierung lässt sich den verfügbaren Übersichtsarbeiten jedoch nicht entnehmen. Wenn du Taurin bei Herz-Kreislauf-Beschwerden einsetzen möchtest, besprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Taurin unterstützt außerdem die Mitochondrien, die Energiezentralen der Zelle, was beim Altern und bei Stoffwechselproblemen eine Rolle spielen kann.

Für gesundes Altern, Gewichtsmanagement und sportliche Leistungsfähigkeit reichen die Humandaten nicht aus, um Empfehlungen abzuleiten. Dazu gibt es bisher fast ausschließlich Tierdaten: In Tierversuchen wirkt Taurin der Fettspeicherung entgegen und verlängert die Lebensdauer. Die Menge Taurin in Energydrinks ist zu gering, um irgendeinen Effekt zu haben, weder positiv noch negativ; die Risiken von Energydrinks gehen auf den Koffeingehalt zurück, nicht auf das Taurin.

Die Belege
8 Studien

Alle Aussagen basieren auf Übersichtsarbeiten; in der Quellenliste finden sich keine randomisierten kontrollierten Studien oder Metaanalysen. Die meisten Effekte sind biologisch plausibel und teilweise beim Menschen bestätigt, für einige Anwendungsgebiete wie Longevity-Forschung und Adipositas stammt die Evidenz jedoch fast ausschließlich aus Tier- und Laborstudien.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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