Was macht Taurin in deinem Körper?
Taurin erfüllt in deinem Körper mehrere nachweisbare Funktionen: Es unterstützt Netzhaut, Herz und Gehirn und hilft Zellen, ihr Gleichgewicht zu halten. Für Alterungsprozesse und Gewichtskontrolle reicht die Evidenz beim Menschen derzeit nicht für belastbare Schlussfolgerungen.
Taurin ist eine Verbindung, die dein Körper selbst herstellt und die du zusätzlich über Fleisch und Fisch aufnimmst. In Gehirn, Herz und Netzhaut kommt sie in besonders hohen Konzentrationen vor – kein Zufall, denn in all diesen Geweben übernimmt Taurin aktive Aufgaben.
Im Gehirn dämpft Taurin übermäßige Nervenaktivität. Ob es dabei direkt als Botenstoff zwischen Nervenzellen wirkt, ist noch offen; dass es andere Signalsysteme im Gehirn beeinflusst, gilt dagegen als gesichert. Außerdem hilft Taurin Zellen, ihr Volumen zu halten, wenn sich die Umgebung verändert – etwa bei Austrocknung oder erhöhtem Salzgehalt im Blut.
Für die Netzhaut ist Taurin wahrscheinlich unverzichtbar. Säuglinge, die über eine Infusion ohne Taurin ernährt wurden, entwickelten Probleme mit ihrer Netzhautreifung. Das war ein wesentlicher Grund dafür, Taurin heute in praktisch jede Säuglingsnahrung aufzunehmen. Bei Augenerkrankungen neutralisiert Taurin außerdem schädliche Sauerstoffmoleküle (freie Radikale) und aktiviert schützende Enzyme.
Für das Herz gibt es klare Hinweise, dass Taurin den Blutdruck regulieren und die Herzfunktion verbessern kann. In Japan ist es sogar als Behandlung bei Herzinsuffizienz zugelassen. Sowohl Studien am Menschen als auch Tierstudien zeigen in dieselbe Richtung. Darüber hinaus unterstützt Taurin die Kraftwerke der Zelle, die Mitochondrien – was bei Alterungsprozessen und Stoffwechselproblemen relevant sein könnte.
In Tierversuchen reduziert Taurin außerdem Fetteinlagerungen und Entzündungen im Fettgewebe. Dazu gibt es bisher nur Daten aus Tier- und Laborstudien; dasselbe gilt für eine mögliche Wirkung gegen das Altern insgesamt.
Alle Aussagen beruhen auf Übersichtsarbeiten – in der Quellenliste finden sich keine randomisierten Studien oder Metaanalysen. Die meisten Effekte sind biologisch plausibel und teilweise auch beim Menschen bestätigt, für einige Anwendungsgebiete (Anti-Aging, Adipositas) kommt die Evidenz jedoch fast ausschließlich aus Tier- und Laborstudien.