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Welche fermentierten Lebensmittel sind am gesündesten?

Vorläufige Evidenz

Joghurt und Kefir haben die stärkste Grundlage aus Humandaten. Wer nur eine Wahl treffen will, fängt dort an. Für Kimchi, Kombucha und Miso liegen Humandaten noch nicht vor, auch wenn die Laborergebnisse vielversprechend sind.

Joghurt und fermentierte Milchprodukte schneiden in der Forschung am stärksten ab. Große Bevölkerungsstudien zeigen, dass Joghurt mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes zusammenhängt und fermentierte Milchprodukte insgesamt mit einem niedrigeren Risiko für Schlaganfall und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind. Käse erhöht das Cholesterin übrigens nicht so stark, wie man es aufgrund seines Fettgehalts erwarten würde. Diese Zusammenhänge tauchen in mehreren großen Studien konsistent auf, auch wenn sie keine bewiesenen Ursache-Wirkungs-Beziehungen darstellen.

Kefir ist das am besten untersuchte einzelne fermentierte Produkt. Mindestens eine kontrollierte Studie zeigt günstige Wirkungen bei Laktoseintoleranz und bei der Behandlung des Magenbakteriums Helicobacter pylori. Darüber hinaus wird Kefir mit niedrigerem Cholesterin, besserer Blutzuckerregulation und niedrigerem Blutdruck in Verbindung gebracht. Der Großteil dieser Befunde stammt allerdings aus Labor- und Tierversuchen. Handwerklich hergestellter Kefir unterscheidet sich zudem erheblich von industriellem Kefir in Zusammensetzung und möglicher Wirkung.

Tempeh ist eine preiswerte, proteinreiche Option, bei der die Fermentation die Eigenschaften von Soja nachweislich verbessert. Kontrollierte Studien am Menschen fehlen hier jedoch weitgehend. Kimchi, Miso und Kombucha werden viel gelobt, doch für alle drei mangelt es an solchen Studien zu Auswirkungen auf die Darmgesundheit, obwohl genau das der Kern der meisten Versprechen ist. Die Begeisterung läuft der Evidenzlage hier deutlich voraus.

Die Mikroorganismen in fermentierten Lebensmitteln erreichen den Magen-Darm-Trakt nachweislich. Fermentierte Lebensmittel liefern außerdem bioaktive Peptide, Vitamine und Mineralstoffe, die durch die Fermentation entstehen, aber manche Studien finden keinen messbaren gesundheitlichen Nutzen. Für Joghurt und Kefir gibt es die stärkste Grundlage aus Humandaten. Für Kimchi, Kombucha und Miso steht eine vergleichbare Untersuchung am Menschen noch aus.

Die Belege
8 Studien · 2 Meta-Analysen

Diese Antwort stützt sich auf mehrere Reviews und zwei systematische Analysen, von denen eine gepoolte Daten auswertet. Die stärksten Befunde stammen aus großen Bevölkerungsstudien zu Joghurt und fermentierten Milchprodukten. Für Kefir gibt es eine kontrollierte Humanstudie. Die übrige Evidenz zu einzelnen Produkten (Tempeh, Kimchi, Kombucha, Miso) kommt überwiegend aus Labor- und Tierversuchen. Die Forschenden betonen selbst, dass groß angelegte klinische Studien am Menschen für die meisten Produkte fehlen.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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