Wie halte ich meine Knochen nach den Wechseljahren stark?
Du kannst deine Knochen nach den Wechseljahren gut schützen – mit Lebensstilmaßnahmen und, je nach Risiko, mit Medikamenten. Lass bei vorhandenen Risikofaktoren eine Knochendichtemessung durchführen und besprich die Optionen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Nach den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel deutlich – und das ist der Hauptgrund, warum Frauen Knochenmasse verlieren. Am schnellsten geht dieser Abbau in den ersten zwei bis drei Jahren vonstatten. Rauchen, hoher Alkoholkonsum, langfristige Einnahme von kortison-ähnlichen Medikamenten und Bewegungsmangel beschleunigen den Prozess zusätzlich. Das sind alles Faktoren, die du selbst beeinflussen kannst.
Die Grundlage ist überall dieselbe: Nimm ausreichend Kalzium und Eiweiß zu dir, sorge für genug Vitamin D, beweg dich regelmäßig auf eine Art, die deine Knochen belastet – etwa Spazierengehen oder Krafttraining –, hör mit dem Rauchen auf und halte deinen Alkoholkonsum niedrig. Alle internationalen Leitlinien sind sich darin einig. Diese Maßnahmen senken dein Risiko für Knochenabbau und Brüche nachweislich.
Hast du ein erhöhtes Risiko oder bereits eine verringerte Knochendichte, stehen wirkungsstarke Medikamente zur Verfügung. Die menopausale Hormontherapie mit Östrogen senkt das Bruchrisiko um 20 bis 40 % und wirkt bereits bei niedrigem Ausgangsrisiko. Sie ist die einzige Knochenbehandlung mit nachgewiesenem Effekt unabhängig vom Basisrisiko. Nutzen und Risiken – auch für Herz und Brust – fallen von Person zu Person unterschiedlich aus; das besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bisphosphonate wie Alendronat oder Zoledronat sind die am häufigsten eingesetzten Medikamente bei festgestellter Osteoporose. Sie senken das Bruchrisiko um rund 50 % und sind in verschiedenen Formen erhältlich, von der wöchentlichen Tablette bis zur jährlichen Infusion.
Denosumab ist eine Spritze, die Knochenabbau über einen anderen Wirkmechanismus blockiert als Bisphosphonate. Es ist mindestens genauso wirksam, erfordert aber besondere Sorgfalt beim Absetzen: Wer plötzlich aufhört, ohne auf ein anderes Medikament umzusteigen, kann innerhalb von sechs bis zwölf Monaten einen raschen Rückfall erleiden. Bis zu einer von zehn Patientinnen erleidet dann mehrfache Wirbelkörperfrakturen. Das Absetzen darf deshalb niemals leichtfertig erfolgen. Bei schwerer Osteoporose, bei der die anderen Mittel nicht ausreichend helfen, stehen knochenaufbauende Präparate zur Verfügung, die die Knochenneubildung direkt anregen. Sie sind als nächster Schritt gedacht, nicht als Erstbehandlung.
Eine Knochendichtemessung (DEXA-Scan) ist die zuverlässigste Methode, um festzustellen, wie es um deine Knochengesundheit steht und ob Medikamente nötig sind. Hast du Risikofaktoren, ist eine solche Messung sinnvoll. Probiotika helfen beim Knochenerhalt nach den Wechseljahren nicht: Eine sorgfältig angelegte zweijährige Studie mit 239 Frauen zeigte keinerlei Wirkung einer bestimmten Probiotikumart.
Die Aussagen stützen sich auf mehrere Leitlinien, große randomisierte Studien und systematische Reviews (PMID 34119418, 34448749, 34688418, 24176761, 20065634, 40885300, 38865129, 2517695). Die Evidenz für Lebensstilmaßnahmen, Hormontherapie und Bisphosphonate ist stark; für anabole Präparate mäßig.