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Wie oft macht es Sinn, das biologische Alter neu bestimmen zu lassen?

Moderate Evidenz

Biologische Uhren verändern sich langsam: Zwei Jahre sind ein realistisches Minimum, um einen Effekt einer Lebensstiländerung zu sehen. Ob ein niedrigerer Uhrenwert aber auch wirklich ein längeres Leben bedeutet, ist nicht bewiesen. Behalte Körpergewicht, Bewegung und Blutdruck häufiger im Blick, und betrachte eine Wiederholungsmessung als Zweijahres-Checkup, nicht als wöchentliches Dashboard.

Biologische Alterungsuhren verändern sich langsam. In einer randomisierten Studie mit knapp tausend Teilnehmern bewirkte ein tägliches Multivitaminpräparat über zwei Jahre einen geringen, aber messbaren Effekt auf zwei weit verbreitete Uhren: Der jährliche Anstieg lag 0,11 bis 0,21 Jahre unter dem der Placebogruppe. Am stärksten zeigte sich der Effekt bei Menschen, die zu Studienbeginn bereits biologisch beschleunigt gealtert waren. Zwei Jahre sind damit die realistische Mindestdauer, wenn du sehen willst, ob eine Lebensstiländerung überhaupt etwas bewegt.

Was du in der Zwischenzeit verfolgen kannst, sind die Verhaltensmuster, die nachweislich mit dem biologischen Alter zusammenhängen. Wer über zwölf Jahre kontinuierlich körperlich aktiv blieb, wies ein biologisches Alter auf, das im Schnitt 1,26 bis 1,70 Jahre unter dem inaktiver Menschen lag. Starke Schwankungen bei Körpergewicht, Ruhepuls und Blutdruck über mehrere Jahre hingen mit einer um 27 % höheren Sterblichkeit pro Punkt auf dem zusammengesetzten Score zusammen sowie mit beschleunigter epigenetischer Alterung. Diese Signale lassen sich einfacher und häufiger beobachten als ein teurer Uhrentest.

Beim Gedanken, eine biologische Uhr als Stellschraube zu nutzen, ist Vorsicht angebracht. Eine große Genomstudie fand keinen Beleg dafür, dass gängige Uhren wie GrimAge, PhenoAge oder die Telomerlänge die Lebensdauer ursächlich beeinflussen. Ein niedrigerer Wert auf einer solchen Uhr garantiert also nicht automatisch ein längeres Leben. Die Uhr misst möglicherweise etwas Reales, aber den Messwert zu verbessern ist nicht dasselbe wie das Altern selbst zu verlangsamen.

Wie sinnvoll eine Wiederholungsmessung ist, hängt davon ab, was du damit zeigen möchtest. Für die Begleitung einer konkreten Intervention, etwa eines Nahrungsergänzungsmittels, sind zwei Jahre ein vernünftiger Mindestzeitraum. Für die Beobachtung deiner alltäglichen Gesundheit lassen sich Indikatoren wie Bewegungsverhalten, Gewichtsstabilität und Blutdruck wesentlich häufiger und praktischer verfolgen als eine wiederholte Uhrenmessung.

Die Belege
7 Studien · 1 randomisierte Studie · ≈ 958 Teilnehmer

Diese Antwort stützt sich auf randomisierte Studien (darunter eine mit knapp tausend Teilnehmern über zwei Jahre), eine große Genomstudie mit Daten von Hunderttausenden Menschen sowie mehrjährige Beobachtungsstudien an älteren Erwachsenen. Die Uhren messen durchaus etwas, aber ob ein gezieltes Steuern auf diese Uhren tatsächlich die Lebensdauer verlängert, ist nicht belegt: Die große Genomstudie zeigt vielmehr, dass dem nicht so ist.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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