Wirkt Kurkuma gegen Entzündungen?
Curcumin senkt bestimmte Entzündungsmarker im Blut, der Effekt ist aber bescheiden. Dazu kommt: Der Körper nimmt den Wirkstoff so schlecht auf, dass gewöhnliches Kurkumapulver oder Standardkapseln wahrscheinlich zu wenig davon ins Blut bringen, um einen Unterschied zu machen.
Curcumin, der Wirkstoff in Kurkuma, senkt nachweislich mehrere Entzündungsmarker im Blut. Eine Metaanalyse von 66 kontrollierten Humanstudien zeigt: CRP sank im Schnitt um 0,58 mg/l, TNF-alpha um 3,48 pg/ml und IL-6 um 1,31 pg/ml. Für einen vierten Marker (IL-1beta) ließ sich kein signifikanter Effekt nachweisen. Die Ergebnisse sind statistisch belastbar, die Effektgrößen aber bescheiden1.
Dieselbe Metaanalyse stellte außerdem weniger oxidativen Zellschaden und eine höhere antioxidative Kapazität im Blut fest. Das passt zu dem, was Labor- und Tierstudien schon länger nahelegen: Curcumin hemmt entzündungsfördernde Enzyme, darunter dasselbe Zielprotein wie Ibuprofen2,3.
Bei konkreten Erkrankungen wie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder Psoriasis ist die Datenlage dünner. Curcumin gilt dort als vielversprechender Kandidat, belegte Therapieeffekte fehlen aber. Forschende betonen ausdrücklich: Es handelt sich um einen Kandidaten, nicht um eine etablierte Behandlung4.
Ein zentrales praktisches Problem ist die schlechte Bioverfügbarkeit: Der Körper baut Curcumin rasch ab und scheidet es aus, sodass gewöhnliches Kurkumapulver oder Standardkapseln nur einen Bruchteil des Wirkstoffs ins Blut bringen. Formulierungen mit schwarzem Pfeffer sollen die Aufnahme verbessern, dazu gibt es bisher aber nur begrenzte Daten4,5. Welches Präparat die in Studien eingesetzten Blutspiegel tatsächlich erreicht, lässt sich kaum sagen.
In Würmern, Fruchtfliegen und Mäusen wurde eine lebensverlängernde Wirkung von Curcumin beschrieben. Ob das für den Menschen irgendeine Relevanz hat, ist in den vorliegenden Studien nicht untersucht worden6.
Alle Aussagen stützen sich auf eine große Metaanalyse von 66 kontrollierten Studien (PMID 36804260), ergänzt durch mechanistische Reviews und Tierversuche. Für eine Wirksamkeit als Therapie bei spezifischen Erkrankungen beim Menschen gibt es keine Belege. Das Bioverfügbarkeitsproblem wird konsistent in mehreren Quellen berichtet.