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Erhöht das Essen aus Kunststoffverpackungen das Krebsrisiko?

Vorläufige Evidenz

Es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Substanzen aus Kunststoffverpackungen, darunter BPA und PCB, mit einem erhöhten Krebsrisiko zusammenhängen. Kausalität ist jedoch nicht nachgewiesen. Wer vorsichtig sein möchte, greift öfter zu Glas, Edelstahl oder Karton und erhitzt Lebensmittel nicht in Kunststoffbehältern.

BPA, die bekannteste Substanz, die aus Kunststoffverpackungen und Doseninnenbeschichtungen austritt, wurde in mehreren Studien mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko in Verbindung gebracht. BPA ähnelt dem Hormon Östrogen und kann hormonsensitives Tumorwachstum anregen. Die Befunde sind nicht durchgehend einheitlich, weil alle Studien Menschen nur beobachtet haben, ohne ihnen etwas gezielt zuzuführen. Tierstudien zeigen, dass BPA selbst bei niedrigen Dosen die Empfindlichkeit gegenüber Brusttumoren erhöht und das Wachstum bereits vorhandener Krebszellen fördert.

PCB, chemische Verbindungen, die als Flammschutzmittel in manchen Kunststoffen vorkommen, wurden sowohl mit Brustkrebs als auch mit Non-Hodgkin-Lymphom in Verbindung gebracht. Auch hier handelt es sich um statistische Zusammenhänge, keine nachgewiesene Kausalität. Phthalate, Weichmacher in vielen Kunststoffverpackungen, aktivieren im Labor Östrogenrezeptoren, doch epidemiologische Studien liefern widersprüchliche Ergebnisse: Eine Studie findet ein erhöhtes Risiko, eine andere nicht.

PFAS, Substanzen, die aus fettresistentem Verpackungspapier und bestimmten Kunststoffbehältern austreten, werden mit verschiedenen Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht. Die Evidenzlage für einen Krebszusammenhang ist uneinheitlich und reicht für ein klares Fazit nicht aus. Eine zusammenfassende Auswertung von 52 Einzelstudien kommt zu dem Schluss, dass jede untersuchte Gruppe kunststoffbezogener Chemikalien mit mindestens einem schädlichen Gesundheitseffekt zusammenhängt. Dieselbe Auswertung räumt zugleich ein, dass erhebliche Wissenslücken bestehen.

Am wenigsten lässt sich bislang über Mikro- und Nanoplastik sagen, also die winzigen Partikel, die über Lebensmittel und Trinkwasser in den Körper gelangen. Laborstudien zeigen, dass sie DNA schädigen und Entzündungen auslösen können. Dazu fehlen bisher solide epidemiologische Studien am Menschen; ob und in welchem Ausmaß diese Partikel Krebs verursachen, lässt sich derzeit nicht beantworten.

Die Belege
8 Studien · 3 systematische Reviews

Diese Antwort stützt sich auf mehrere systematische Übersichtsarbeiten sowie eine zusammenfassende Auswertung von 52 Einzelstudien zu kunststoffbezogenen Substanzen. Die Forschung zu BPA und PCB ist am weitesten fortgeschritten, beruht aber größtenteils auf Beobachtungsstudien, nicht auf kontrollierten klinischen Studien. Die Forschenden hinter der Auswertung benennen erhebliche Wissenslücken, besonders bei Mikroplastik, für das übergreifende Übersichtsarbeiten noch nahezu vollständig fehlen. Die Evidenzlage ist vorhanden, reicht aber nicht aus, um harte Aussagen über Ursache und Wirkung zu treffen.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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Vorläufige Evidenz

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Ja · Moderate Evidenz

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Ja · Moderate Evidenz
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