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Gibt es einen Zusammenhang zwischen verändertem Körpergeruch und Alzheimer?

Ob Alzheimer den eigenen Körpergeruch verändert, dazu machen die vorliegenden Studien keine Aussage. Gut dokumentiert ist dagegen, dass Alzheimerpatienten früh im Krankheitsverlauf ihr Riechvermögen verlieren und dass anhaltender Riechverlust ein Grund ist, das ärztlich abklären zu lassen.

Dass sich der Körpergeruch bei Alzheimer als erstes Symptom verändert, belegen die vorliegenden Studien nicht. Gut dokumentiert ist dagegen die umgekehrte Richtung: Alzheimerkranke riechen selbst schlechter. Der Riechverlust tritt früh im Krankheitsverlauf auf und betrifft das Erkennen, Unterscheiden und Wahrnehmen von Gerüchen.

Bei Riechidentifikationstests schneiden Menschen mit Alzheimer schlechter ab als gesunde Gleichaltrige. Damit stehen sie allerdings nicht allein: Bei der Lewy-Körperchen-Demenz ist die Riechstörung noch deutlich ausgeprägter, was den Riechverlust als diagnostisches Signal weniger eindeutig macht. Ähnliche Muster wurden auch bei der Parkinsonkrankheit beschrieben, bei der der Verlust bestimmter Nervenzellen im Gehirn eine Rolle spielt. Ob derselbe Mechanismus auch Alzheimer erklärt, wird aktiv erforscht. Dazu gibt es bisher nur Daten aus Tiermodellen.

Eine kleine Studie zeigte einen auffälligen Effekt in die andere Richtung: Gerüche können bei Alzheimerpatienten ausgerechnet autobiografische Erinnerungen wecken, die sonst schwer zugänglich sind. Die Erinnerungen waren konkreter und kamen schneller. Bei gesunden Menschen zeigte sich dieser Effekt nicht. Der Befund ist interessant genug, um weiter untersucht zu werden.

Riechverlust ist kein ausschließlicher Vorbote von Demenz. Eine große Studie mit über 2.000 älteren Erwachsenen stellte fest, dass Menschen mit schlechterem Riechvermögen später auch ein erhöhtes Risiko für depressive Beschwerden hatten. Der Zusammenhang verlief teilweise über kognitiven Abbau, nicht über Entzündungsprozesse. Riechverlust kann also gleichzeitig ein Hinweis auf mehrere Erkrankungen sein.

Ob Alzheimer den Körpergeruch der Betroffenen für andere wahrnehmbar verändert, dazu schweigen die vorliegenden Studien. Was sie zeigen: Die Riechfähigkeit gehört zu den frühesten und verlässlichsten Zeichen des Krankheitsprozesses. Wenn du oder jemand in deinem Umfeld bemerkt, dass Gerüche nicht mehr erkannt werden, ist das ein Grund, dies ärztlich abklären zu lassen.

Die Belege
7 Studien · ≈ 2.125 Teilnehmer

Alle Aussagen stützen sich auf Beobachtungsstudien, einen Fallbericht und eine Mausstudie. Es gibt weder randomisierte kontrollierte Studien noch Übersichtsanalysen, die den Zusammenhang zwischen abgegebenem Körpergeruch und Alzheimer untersuchen. Die Frage, ob sich der Körpergeruch verändert, also wie Betroffene für andere riechen, wird in den Quellen nicht behandelt.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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