Helfen Traubensilberkerze oder Rotklee gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren?
Rotklee kann Hitzewallungen möglicherweise leicht reduzieren; bei der Traubensilberkerze ist die Evidenzlage widersprüchlich. Beide Mittel können eine Option sein, wenn du eine Hormonbehandlung vermeiden möchtest, aber sprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt durch, denn die Effekte sind gering und die Studienqualität ist mäßig.
Rotklee enthält pflanzliche Verbindungen, die dem Östrogen ähneln, sogenannte Isoflavone. Mehrere Metaanalysen zeigen, dass diese Stoffe die Zahl der Hitzewallungen pro Tag geringfügig senken: grob eine bis anderthalb Wallungen weniger täglich im Vergleich zu einem Placebo. Eine ältere Analyse fand keinen signifikanten Unterschied, eine neuere aus dem Jahr 2021 schon. Der Effekt ist real, aber gering, und die Ergebnisse widersprechen sich teilweise.
In fast allen Studien zu Hitzewallungen in den Wechseljahren schnitt das Placebo auffällig gut ab: Frauen, die ein Scheinpräparat erhielten, berichteten von ein bis 59 Prozent weniger Beschwerden. Das erschwert die Einschätzung, wie viel vom Rotklee-Effekt tatsächlich auf den Wirkstoff zurückgeht. Für nächtliche Schweißausbrüche ist kein verlässlicher Effekt nachgewiesen. In den vorliegenden Studien mit einer Anwendungsdauer von bis zu zwei Jahren reizte Rotklee die Gebärmutterschleimhaut nicht, was sicherheitsrelevant ist.
Bei der Traubensilberkerze ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Untersuchungen mit dem am besten erforschten Extrakt (40 mg täglich) deuten darauf hin, dass Hitzewallungen abnehmen, vor allem bei Frauen mit starken Beschwerden, und dass sich auch die Stimmung etwas verbessert. Ein separates Übersichtspapier einer amerikanischen Fachgesellschaft für Hausärzte kommt jedoch zu dem Schluss, dass kein verlässlicher Nachweis dafür existiert, dass Traubensilberkerze besser wirkt als ein Placebo. Dieser Widerspruch ist nicht aufgelöst.
Die Studienqualität auf diesem Gebiet ist insgesamt mäßig bis schlecht. Drei Viertel der Studien, die in die größte Metaanalyse eingeflossen sind, wiesen in drei oder mehr Punkten ein hohes Verzerrungsrisiko auf, was die Forschenden selbst ausdrücklich festgestellt haben. Positive Ergebnisse sollten daher mit Skepsis gelesen werden.
Diese Antwort stützt sich auf mehrere Metaanalysen und Übersichtsarbeiten, darunter zwei größere Analysen mit jeweils 62 und 10 randomisierten Studien. Die Evidenzqualität ist gering: Die Forschenden selbst stellten fest, dass drei Viertel der 62 eingeschlossenen Studien in drei oder mehr Qualitätsbereichen ein hohes Verzerrungsrisiko aufwiesen. Zudem widersprechen sich die Ergebnisse für Rotklee und Traubensilberkerze teilweise, und der Placeboeffekt war in den Studien sehr ausgeprägt (ein bis 59 Prozent Beschwerderückgang ohne Wirkstoff). Das macht es schwer, echte Wirksamkeit vom Placeboeffekt zu trennen.
Was hilft gegen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen?
Hormontherapie ist bei Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen am wirksamsten. Wer sie nicht will oder kann, hat die Wahl zwischen belegten nicht-hormonellen Medikamenten und psychologischen Verfahren. Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel zeigen keine nachgewiesene Wirkung.
Welche Nahrungsergänzungsmittel helfen wirklich in den Wechseljahren?
Rotklee-Isoflavone und Traubensilberkerze haben die stärkste Datenbasis gegen Hitzewallungen, Soja-Isoflavone helfen ebenfalls, wenn auch etwas schwächer. Für die Knochengesundheit ist Vitamin D gut belegt. Die Effekte sind insgesamt gering, und bei starken Beschwerden solltest du die Möglichkeiten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.
Welche Beschwerden treten in den Wechseljahren am häufigsten auf?
Die häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren sind Gelenk- und Muskelschmerzen, Erschöpfung und Schlafprobleme. Hitzewallungen sind das bekannteste Symptom, stehen bei der Häufigkeit aber nicht ganz oben. Wenn du mehrere dieser Beschwerden bei dir erkennst, lohnt es sich, sie mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt zu besprechen, um für jede einzelne passende Maßnahmen zu finden.
Lässt sich die Menopause durch Ernährung und Lebensstil hinauszögern?
Nicht rauchen, weniger rotes Fleisch sowie mehr Zitrusfrüchte und fetter Fisch scheinen das Menopausenalter günstig zu beeinflussen – belastbare Belege aus kontrollierten Experimenten fehlen jedoch völlig.
Stört die Menopause meinen Schlaf, und was kann ich dagegen tun?
Die Wechseljahre beeinträchtigen den Schlaf nachweislich, vor allem durch Hitzewallungen und hormonelle Veränderungen. Die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I) ist der beste erste Schritt; eine Hormontherapie oder Melatonin können danach in Betracht kommen.
Was macht die Wechseljahre mit deinem Herzerkrankungsrisiko?
Die Wechseljahre erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich, vor allem durch ungünstige Veränderungen bei Körperfett, Cholesterin und Blutdruck. Wenn du früh in die Wechseljahre kommst oder eine Hormontherapie erwägst, solltest du dein persönliches Risikoprofil mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.