Hilft ein gesundes Darmmikrobiom der Haut?
Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass ein gesundes Darmmikrobiom der Haut nützt. Wie man das am besten erreicht und welche Interventionen wirklich wirken, ist jedoch nicht ausreichend belegt, um konkrete Nahrungsergänzungsmittel oder Behandlungen zu empfehlen.
Die Bakterien in deinem Darm und der Zustand deiner Haut sind über die sogenannte Darm-Haut-Achse miteinander verbunden. Signale der Darmbakterien erreichen das Immunsystem und beeinflussen Entzündungsprozesse, die auch in der Haut eine Rolle spielen. Mehrere Übersichtsarbeiten bestätigen diesen Zusammenhang.
Bei Menschen mit Hauterkrankungen wie Ekzem, Psoriasis, Akne und Rosazea findet man häufiger ein gestörtes Darmmikrobiom als bei Gesunden. Ob das gestörte Mikrobiom die Hauterkrankung auslöst oder ob umgekehrt die Erkrankung samt Medikamenten und Stress das Mikrobiom durcheinanderbringt, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ablesen. Es handelt sich um eine Assoziation, keinen bewiesenen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.
Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel zeigen in kleineren klinischen Studien vorsichtige Verbesserungen bei Ekzem, Psoriasis und Akne. Sie scheinen Entzündungsreaktionen abzumildern und das Immunsystem zu beeinflussen. Die Studien sind bislang klein und auf bestimmte Personengruppen ausgerichtet, sodass sich daraus keine breiten Empfehlungen ableiten lassen. Welche Probiotika-Stämme bei wem am wirksamsten sind, geht aus der verfügbaren Literatur ebenfalls nicht hervor.
Für Hautalterung, Falten und Trockenheit gibt es Interesse an Probiotika und Präbiotika. Ein bemerkenswerter Einzelbefund: UVB-Sonnenlicht scheint das Darmmikrobiom beeinflussen zu können, was zeigt, dass die Verbindung auch in die umgekehrte Richtung läuft. Belastbare Schlussfolgerungen lassen sich daraus noch nicht ziehen, dazu gibt es bisher nur frühe Einzelstudien.
Stuhltransplantationen, bei denen Darmbakterien einer gesunden Person auf eine erkrankte übertragen werden, werden in frühen Studien auch bei Hautproblemen untersucht. Sicherheit und Wirksamkeit sind außerhalb kontrollierter Studien noch nicht ausreichend belegt. Einfachere Ansätze wie eine ballaststoffreichere Ernährung zur Unterstützung des Mikrobioms werden ebenfalls erforscht, ohne dass sich daraus bisher konkrete Empfehlungen ableiten lassen.
Alle Quellen sind Übersichtsarbeiten, keine randomisierten Studien oder Metaanalysen. Die Zusammenhänge sind plausibel und konsistent beschrieben, doch Kausalrichtung und optimale Interventionen sind noch nicht hinreichend geklärt.