Hilft Knochenbrühe wirklich der Darmgesundheit?
Die einzelnen Inhaltsstoffe der Knochenbrühe, etwa bestimmte Aminosäuren, zeigen in Labor- und Tierversuchen positive Effekte auf die Darmwand, doch das Produkt selbst wurde nie in einer klinischen Studie getestet. Trinken ist unbedenklich, als bewährtes Mittel gegen Darmbeschwerden taugt es aber nicht.
Die Aminosäuren in Knochenbrühe, darunter Glutamin, Glycin und Prolin, können die Darmbarriere stärken und Entzündungen in der Darmwand reduzieren. Das geht aus einem Übersichtsartikel der Mayo Clinic von 2025 hervor. Nachgewiesen sind diese Wirkungen allerdings nur für die einzelnen Substanzen in isolierter Form, nicht für Knochenbrühe als fertiges Produkt in kontrollierten Studien am Menschen.
Ob Knochenbrühe konkret bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder anhaltendem Durchfall hilft, hat bisher keine klinische Studie untersucht. Dieselbe Übersichtsarbeit nennt solche Anwendungen als denkbare Einsatzgebiete, die Autoren räumen aber selbst ein, dass direkte Belege fehlen.
Zur Frage, ob die Wirkstoffe überhaupt im Körper ankommen: Kleine Kollagenpeptide, wie sie in Knochenbrühe vorkommen, überstehen den Verdauungsprozess besser als große Kollagenmoleküle und gelangen effizienter ins Blut. Dazu gibt es bisher nur Daten aus Rattenversuchen.
Knochenbrühe als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung ist unbedenklich und liefert Proteine, Mineralstoffe und Peptide. Wer sie gezielt für die Darmgesundheit trinkt, sollte wissen, dass kein Nachweis existiert, dass das Produkt als Ganzes mehr leistet als die Summe seiner Nährstoffe, die sich ebenso gut aus anderen Quellen beziehen lassen.
Alle Aussagen stützen sich auf einen einzigen Übersichtsartikel (PMID 40180691) und eine Tierstudie (PMID 27573716). Randomisierte klinische Studien, in denen Knochenbrühe als Produkt untersucht wurde, liegen in den Quellen nicht vor.