Ist Ashwagandha sicher für die Leber?
Ashwagandha kann Leberschäden verursachen, auch bei Menschen ohne bekannte Lebererkrankung. Bei einer bestehenden Lebererkrankung solltest du es meiden; nimmst du es trotzdem, achte auf Gelbsucht oder ungewöhnliche Erschöpfung und hör sofort auf, falls diese auftreten.
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Ashwagandha kann die Leber schädigen. Das ist keine einzelne Anekdote, sondern ein Muster, das in mehreren unabhängigen Fallserien und Übersichtsarbeiten immer wieder auftaucht. Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel sind als Gruppe inzwischen für etwa 20 % aller Fälle von medikamenten- oder supplementbedingten Leberschäden im amerikanischen Leberregister DILIN verantwortlich – und Ashwagandha gehört dort zu den am häufigsten genannten Auslösern.
Das typische Bild ist eine sogenannte cholestatische Hepatitis: Der Galleabfluss wird blockiert, was zu Gelbsucht und Juckreiz führt. In einer europäischen und amerikanischen Fallserie mit fünf Betroffenen trat dies nach zwei bis zwölf Wochen Einnahme auf. Bei allen fünf erholte sich die Leber von selbst innerhalb von ein bis fünf Monaten nach dem Absetzen. Ernster war die Lage in einer indischen Fallserie mit acht Patienten: Drei von fünf Menschen mit einer vorbestehenden Lebererkrankung überlebten nicht.
Bei gesunden Menschen ohne Lebererkrankung fand eine kurzfristige randomisierte Studie über acht Wochen keine messbaren Auffälligkeiten in den Leberwerten. Das klingt zunächst beruhigend, hat aber eine entscheidende Einschränkung: Die Studie war klein (80 Teilnehmer), und die Forschenden betonten selbst, dass Langzeitanwendung und höhere Dosierungen nicht untersucht wurden.
Schätzungsweise nutzen rund 15 Millionen amerikanische Erwachsene Nahrungsergänzungsmittel mit potenziell lebertoxischen Inhaltsstoffen, darunter Ashwagandha. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist die schwache Regulierung des Supplementmarkts: In einigen Falluntersuchungen wurde eine Produktverunreinigung bereits ausgeschlossen, was darauf hindeutet, dass Ashwagandha selbst den Schaden verursachte und nicht ein unerwünschter Begleitstoff.
Das Fazit lautet: Leberschäden durch Ashwagandha sind nicht selten genug, um sie zu ignorieren. Hast du eine vorbestehende Lebererkrankung, solltest du auf Ashwagandha verzichten. Bemerkst du während der Einnahme Symptome wie Gelbsucht, dunklen Urin oder ungewöhnliche Erschöpfung, hör sofort auf und sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Basierend auf mehreren Fallserien (Indien, Island, USA), zwei Übersichtsarbeiten, einer Registerdatenbank (DILIN), einer Bevölkerungsschätzung und einer kleinen randomisierten klinischen Studie an gesunden Menschen. Große randomisierte Sicherheitsstudien sind nicht verfügbar.