Ist Kaffee gesund oder ungesund?
Für gesunde Erwachsene ist moderater Kaffeekonsum (3 bis 5 Tassen pro Tag) eher gesund als ungesund. Wer schwanger ist oder unter Angstbeschwerden leidet, sollte maßvoll vorgehen oder ärztlichen Rat einholen.
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Moderater Kaffeekonsum von etwa 3 bis 5 Tassen pro Tag ist in großen Langzeit-Bevölkerungsstudien mit einem niedrigeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Schlaganfall, Lebererkrankungen und bestimmte Krebsarten verbunden. Menschen, die so viel Kaffee trinken, leben im Durchschnitt auch länger. Es handelt sich dabei durchweg um Beobachtungsstudien: Der Zusammenhang ist überzeugend und konsistent, ein direkter kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht belegt.
Sowohl koffeinhaltiger als auch koffeinfreier Kaffee scheint diese Vorteile zu bieten. Das deutet darauf hin, dass nicht nur Koffein eine Rolle spielt, sondern auch andere Inhaltsstoffe des Kaffees, etwa Chlorogensäuren (eine Art Antioxidantien). Zucker und Sahne können die positiven Effekte abschwächen, wenngleich die Evidenz dafür begrenzt ist.
Kurzfristig verbessert Koffein deine Wachheit, Konzentration und Stimmung bei einer Aufnahme von bis zu etwa 400 mg pro Tag, was ungefähr 5 Tassen Kaffee entspricht. Lebensmittelbehörden stufen diese Menge für gesunde Erwachsene als sicher ein. Frühere Bedenken wegen Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Krebs werden durch aktuelle Forschung nicht bestätigt. Eine neuere kleine randomisierte Studie zeigte sogar, dass Patienten mit einer bestimmten Herzrhythmusstörung, die weiterhin Kaffee tranken, ein 39% geringeres Rückfallrisiko hatten als Personen, die vollständig darauf verzichteten.
Es gibt jedoch Ausnahmen und Grenzen. Zu viel Kaffee kann Angstzustände, Schlafprobleme, Herzrasen und möglicherweise Knochenschwund verursachen. Wer ohnehin zu Angstbeschwerden neigt, sollte maßvoll vorgehen. In der Schwangerschaft lautet die Empfehlung, nicht mehr als 200 mg Koffein pro Tag zu sich zu nehmen, also etwa 2 Tassen, da Risiken für das ungeborene Kind bestehen. Bei einem möglichen Schutzeffekt gegen Depressionen widersprechen sich die Studien noch zu stark, um eine belastbare Schlussfolgerung zu ziehen.
Langfristiger Konsum ist außerdem mit einem niedrigeren Risiko für kognitiven Abbau, Parkinson und Alzheimer verbunden, doch auch das ist rein beobachtungsbezogen: Menschen, die jahrzehntelang Kaffee trinken, unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von Menschen, die das nicht tun.
Alle Aussagen stützen sich auf große prospektive Kohortenstudien, mehrere systematische Reviews und eine randomisierte klinische Studie (DECAF, n=200). Der Großteil der Evidenz ist beobachtungsbezogen; kausale Zusammenhänge sind nur teilweise nachgewiesen.