Können verstopfte Blutgefäße wieder sauberer werden?
Frühe Arteriosklerose kann sich teilweise zurückbilden, vor allem durch eine starke LDL-Senkung mit Statinen oder neueren Cholesterinsenkern. Je früher du eingreifst, desto mehr lässt sich erreichen. Lass deine Cholesterin- und Blutdruckwerte deshalb mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.
Arteriosklerose (Fettablagerungen in den Arterienwänden) ist keine Einbahnstraße. In einer großen Studie, bei der über 3.400 Menschen sechs Jahre lang beobachtet wurden, schrumpften die Ablagerungen bei 8 % der Teilnehmer mit früher Arteriosklerose. Das klingt nach wenig, beweist aber, dass dieser Rückgang beim Menschen tatsächlich möglich ist und nicht nur in Tierversuchen.
Die stärksten Treiber des Ablagerungswachstums sind ein zu hoher LDL-Cholesterinspiegel (das „schlechte“ Cholesterin) und ein zu hoher Blutdruck. Auffällig: Dieser Effekt war bei den jüngsten Teilnehmern zwischen 40 und 55 Jahren am größten. Früh einzugreifen lohnt sich also besonders. Bemerkenswert ist außerdem, dass fast die Hälfte der Menschen ohne klassische Risikofaktoren bereits Ablagerungen hatte und dass LDL auch innerhalb der offiziell „normalen“ Werte zu mehr und ausgedehnteren Ablagerungen beitrug. Die geltenden Grenzwerte könnten zu großzügig sein.
Statine, vor allem in hoher Dosierung, reduzieren den Fettanteil in den Ablagerungen messbar und machen sie weniger gefährlich. Neuere Cholesterinsenker wirken ähnlich stark oder stärker und zeigen in Aufnahmen ebenfalls einen Rückgang. Ein wichtiger Vorbehalt bleibt: Ob dieser messbare Rückgang im Scan auch tatsächlich zu weniger Herzinfarkten oder Schlaganfällen führt, ist bislang nicht ausreichend belegt.
Sinkt das LDL-Cholesterin deutlich, können Zellen in der Gefäßwand eingelagertes Fett wieder abtransportieren und so die Ablagerungen verkleinern. HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin) unterstützt diesen Prozess. Frühe Ablagerungen sprechen besser an als große, seit Langem bestehende. Entzündungshemmende Mittel können ebenfalls helfen, die Evidenzlage dafür ist jedoch schwächer als bei Cholesterinsenkern.
Diese Erkenntnisse stammen aus mehreren Studien mit zusammen tausenden von Teilnehmern, bei denen die Ablagerungen in den Blutgefäßen über lange Zeit mit bildgebenden Verfahren beobachtet wurden. Ob der in solchen Aufnahmen sichtbare Rückgang der Ablagerungen auch im Alltag wirklich etwas bringt, also zum Beispiel zu weniger Herzinfarkten oder einer niedrigeren Sterblichkeit führt, ist noch nicht ausreichend belegt.
Kann man Mikroplastik aus den Blutgefäßen entfernen?
Es gibt keine Methode, um Mikroplastik gezielt aus den Blutgefäßen zu entfernen, und Forschung dazu existiert ebenfalls nicht. Was du tun kannst: die tägliche Aufnahme reduzieren, zum Beispiel durch weniger Plastikverpackungen und darauf verzichten, Speisen in Plastikbehältern zu erhitzen.
Wie gesund sind meine Blutgefäße – und wie alt sind sie wirklich?
Für einen ersten Eindruck deiner Gefäßgesundheit ist ein ApoB-Bluttest der einfachste und zugänglichste Einstieg. Ein CAC-Scan bringt den größten Mehrwert, wenn dein Risiko nach dem Blutbild noch unklar bleibt.
Welche Ernährung und welche Nahrungsergänzungsmittel halten deine Blutgefäße gesund?
Die mediterrane Ernährung senkt das Herz-Kreislauf-Risiko am deutlichsten nachweisbar. Einzelne Nahrungsergänzungsmittel helfen dabei nicht.
Tut Treppensteigen wirklich etwas für mein Herz?
Ja, Treppensteigen tut dem Herzen tatsächlich gut. Täglich rund 50 bis 100 Stufen hängen mit weniger Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herzrhythmusstörungen zusammen – allerdings auf Basis von Beobachtungsstudien, nicht von kontrollierten Experimenten.
Wie verstopfen zu hohe LDL- oder ApoB-Werte die Arterien?
Zu viele LDL- und ApoB-Partikel setzen eine gut belegte Kettenreaktion in Gang, die Arterien langsam verstopft. Deinen ApoB-Wert bestimmen zu lassen gibt deinem Arzt ein genaueres Bild deines tatsächlichen Risikos als LDL-Cholesterin allein.
Verbessern sich mein Blutdruck und mein Cholesterin spürbar, wenn ich abnehme?
Abnehmen senkt deinen Blutdruck spürbar und verbessert dein Cholesterinprofil, wobei der Wert, der sich am stärksten verändert, von deiner Ernährungsform abhängt. Kommt das Gewicht zurück, verschwinden die Verbesserungen weitgehend wieder.