Kann man zu viel Magnesium einnehmen?
Ja, zu viel Magnesium kann gefährlich werden, wobei eine ernsthafte Vergiftung über gewöhnliche Nahrungsergänzungsmittel bei gesunden Nieren selten ist. Bei Nierenproblemen oder intravenöser Gabe ist ärztliche Überwachung unbedingt erforderlich.
Oral eingenommenes Magnesium – ob als Nahrungsergänzungsmittel oder Abführmittel – kann deinen Serummagnesiumspiegel tatsächlich anheben. Bei knapp der Hälfte der Patientinnen und Patienten, die wiederholt Magnesiumcitrat als Abführmittel erhielten, stieg der Blutwert über den Normalbereich. Kritisch gefährliche Werte wurden dabei nicht erreicht, allerdings handelte es sich um ein medizinisches Umfeld mit engmaschiger Überwachung. Ohne diese Kontrolle lässt sich das Risiko schwerer einschätzen.
Die eigentlichen Gefahren liegen beim intravenösen Magnesium, das direkt in die Blutbahn gelangt. Ein Fallbericht beschreibt eine schwere neurologische Verschlechterung durch eine Überdosierung per Infusion, und bei Schwangerschaftsvergiftung (Eklampsie) ist eine Überdosierung von intravenösem Magnesium ein so reales Risiko, dass Ärztinnen und Ärzte stündlich den Kniesehnenreflex prüfen: Er verschwindet als frühes Warnsignal, bevor es wirklich gefährlich wird. Diese Risiken gelten nicht für handelsübliche Magnesiumnahrungsergänzungsmittel aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt.
Gleichzeitig ist auch ein Magnesiummangel gefährlich. Ein zu niedriger Magnesiumspiegel kann Herzrhythmusstörungen auslösen oder verschlimmern, besonders bei Menschen, die bestimmte Herzmedikamente oder Entwässerungsmittel einnehmen. Der Grund: Ohne ausreichend Magnesium verliert die Zelle auch Kalium, und diesen Verlust lässt sich nicht allein durch Kaliumzufuhr ausgleichen.
Fazit: Bei gängigen Nahrungsergänzungsmitteln in normaler Dosierung ist eine ernsthafte Vergiftung bei gesunden Menschen unwahrscheinlich. Bei hohen Dosen oder bei Erkrankungen, bei denen die Nieren Magnesium schlechter ausscheiden, kann der Spiegel jedoch bedenklich ansteigen. Intravenöses Magnesium ist eine ganz andere Angelegenheit und erfordert zwingend ärztliche Aufsicht.
Basiert auf fünf Aussagen: einer Beobachtungsstudie zum Abführmittelgebrauch, einem Fallbericht zur intravenösen Überdosierung, einer klinischen Leitlinie zur Eklampsiebehandlung, einer Studie mit begrenzter Evidenz zu Herzrhythmusstörungen sowie einer klinisch-experimentellen Aussage zum Magnesiummangel. Keine randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) speziell zur oralen Nahrungsergänzungsmittelüberdosierung bei gesunden Menschen.