Kann man zu viel Vitamin D aufnehmen?
Zu viel Vitamin D ist tatsächlich schädlich, doch dieses Risiko entsteht erst bei Blutwerten, die weit über den empfohlenen Werten liegen. Halte dich an die Dosierungsangabe auf der Verpackung, und bist du unsicher über deinen Spiegel, lass ihn beim Hausarzt messen.
Ja, zu viel Vitamin D kann schädlich sein, aber erst bei wirklich hohen Blutwerten. Toxizität tritt auf, wenn der Vitamin-D-Spiegel über 750 nmol/L steigt. Das eigentliche Risiko ist dann ein zu hoher Calciumgehalt im Blut, der in schweren Fällen lebensbedrohliche Komplikationen auslösen kann. Forschende setzen als Vorsichtsmaßnahme eine sichere Obergrenze von 250 nmol/L an.
10.000 IE (internationale Einheiten, entspricht 250 Mikrogramm) pro Tag sind für nahezu alle Erwachsenen wahrscheinlich langfristig unbedenklich. Das klingt nach viel, entspricht aber ungefähr dem, was deine Haut bei vollständiger Sonnenbestrahlung produziert. Es handelt sich dabei um einen absoluten Höchstwert, nicht um eine empfohlene Tagesdosis.
Dass immer mehr Menschen mit Vitamin D in Schwierigkeiten geraten, hängt vor allem damit zusammen, dass Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich sind. Ohne Dosierungsempfehlung nehmen manche Menschen viel zu hohe Mengen ein. Die Zahl gemeldeter Vergiftungsfälle ist weltweit deutlich gestiegen. Die Beschwerden reichen von völliger Beschwerdefreiheit bis hin zu einem akuten, lebensbedrohlichen Zustand.
Dazu gibt es bisher nur Tierdaten: Eine dauerhaft mäßig erhöhte Zufuhr könnte Arterienverkalkung begünstigen. In der klinischen Risikoabwägung spielt dieser Befund bislang kaum eine Rolle.
Dem gegenüber steht, dass ein Vitamin-D-Mangel bei mehr als einer Milliarde Menschen weltweit vorkommt und mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionskrankheiten, Autoimmunerkrankungen und bestimmten Krebsarten in Verbindung gebracht wird. Dabei handelt es sich um statistische Zusammenhänge, nicht immer um bewiesene Ursache-Wirkungs-Beziehungen. Die Schlussfolgerung lautet also nicht, Vitamin D zu meiden, sondern dass mehr davon nicht automatisch besser ist.
Basiert auf fünf Aussagen mit den PMIDs 18689406, 32255467, 18290725, 34518055 und 28516265. Toxizitätsgrenze und sicherer Obergrenzwert stammen aus klinischen Studien; das Arterioskleroserisiko ausschließlich aus Tierversuchen; der Anstieg der Vergiftungsfälle basiert auf Fallberichten und Beobachtungsstudien.