Kann Rapamycin graue Haare rückgängig machen oder verhindern?
Aus Laborversuchen gibt es erste Hinweise, dass Rapamycin dem Ergrauen entgegenwirken könnte, aber am lebenden Menschen wurde das noch nie getestet. Warte auf klinische Studien, bevor du daraus Schlüsse ziehst.
Graue und weiße Haarfollikel zeigen eine höhere Aktivität eines zellulären Wachstumsregulators (mTORC1) als pigmentierte Follikel. Wurde dieser Regler im Labormodell künstlich stärker gehemmt, nahm die Pigmentierung deutlich ab. Das legt nahe, dass eine Überaktivität dieses Systems zum Ergrauen beiträgt.
Rapamycin hemmt genau diesen Regler. In menschlichen Haarfollikeln, die außerhalb des Körpers in der Zellkultur gezüchtet wurden, förderte Rapamycin sowohl das Wachstum als auch die Pigmentierung. Das galt auch für graue und weiße Follikel, die noch eine kleine Restpopulation an Pigmentzellen enthielten. Der Wirkstoff steigerte dabei die Produktion eines Follikelhormons, das Pigmentzellen zur Arbeit anregt. Wie groß die Farbveränderung konkret ausfiel, geht aus der verfügbaren Zusammenfassung nicht hervor.
Bislang handelt es sich ausschließlich um Laborversuche mit Follikeln außerhalb des Körpers. Rapamycin ist ein starkes Mittel zur Unterdrückung des Immunsystems, das beim Menschen bereits für andere Zwecke eingesetzt wird, aber erhebliche Nebenwirkungen hat. Eine klinische Studie, die den Effekt auf graue Haare am lebenden Menschen untersucht, existiert nicht.
Daneben gibt es Forschung zu einem Pflanzenextrakt, der denselben Signalweg beeinflusst und dadurch Pigment in Hautzellen abbaut. Dieser Effekt läuft jedoch über einen anderen Zelltyp und in die entgegengesetzte Richtung: Er entfernt Pigment, anstatt es aufzubauen. Das zeigt, wie stark das Ergebnis davon abhängt, welchen Zelltyp man betrachtet.
Beide PMIDs sind ohne genauere Studientypindexierung hinterlegt. PMID 37212043 betrifft Ex-vivo-Laborforschung mit menschlichen Haarfollikeln. PMID 29091873 betrifft Zellkulturversuche in Keratinozyten. Klinische Humanstudien liegen nicht vor.