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Können Statine (Cholesterinsenker) deine Knochen beeinflussen?

Moderate Evidenz

Statine zeigen in Labor- und Tierversuchen positive Effekte auf den Knochen, doch randomisierte klinische Studien beim Menschen bestätigen das nicht. Du musst deinen Cholesterinsenker also nicht wegen deiner Knochen überdenken, solltest dir von ihm aber auch keinen Schutz versprechen.

In Labor- und Tierversuchen regen Statine die Produktion eines Proteins an, das Knochenzellen zur Bildung von neuem Knochengewebe antreibt. Bei Ratten, denen die Eierstöcke als Osteoporosemodell entfernt worden waren, stieg die Dichte des schwammartigen Knochens an, während der harte Kompaktknochen unverändert blieb.

Mehrere Untersuchungen, die vorhandene Patientendaten auswerten, legen nahe, dass Statin-Anwender seltener Knochenbrüche erleiden. Das geschätzte Risiko für Hüftfrakturen war darin etwa 42 % geringer (OR 0,58), für Wirbelkörperfrakturen 35 % geringer (OR 0,65). Klinische Studien fanden dagegen keinen schützenden Effekt: Die Odds Ratio lag dort bei 1,03, also praktisch kein Unterschied. Dieses widersprüchliche Bild erklärt sich wahrscheinlich durch eine Verzerrung in den erstgenannten Untersuchungen: Statin-Nutzer führen im Durchschnitt einen gesünderen Lebensstil als Menschen ohne Statine.

Ein weiteres Problem ist, dass Statine stark in der Leber aufgenommen werden und das Knochengewebe nur in geringen Mengen erreichen. Ob eine übliche Cholesterindosis dort ausreicht, um etwas zu bewirken, ist deshalb fraglich.

Nicht alle Statine verhalten sich gleich. In der einzigen Studie zu Knochenmarkern senkte Simvastatin einen Messwert für Knochenabbau, Atorvastatin hingegen nicht. Andere Cholesterinsenker außerhalb der Statin-Gruppe zeigen in Untersuchungen keinen Einfluss auf das Frakturrisiko. Das deutet darauf hin, dass ein möglicher Effekt spezifisch für Statine ist und nichts mit der Cholesterinsenkung als solcher zu tun hat.

Die Belege
8 Studien · 1 Meta-Analyse

Die Evidenz stammt aus Labor- und Tierversuchen sowie klinischen Studien, wobei die Ergebnisse je nach Art der Untersuchung unterschiedlich ausfallen. Die OR-Werte für Hüft- und Wirbelkörperfrakturen (0,58 und 0,65) stammen aus Untersuchungen auf Basis vorhandener Patientendaten und werden durch klinische Studien nicht bestätigt.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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