Liefert derselbe Bioalter-Test beim zweiten Messen dasselbe Ergebnis?
Derselbe Test liefert bei Wiederholung recht konsistente Ergebnisse, doch verschiedene Tests messen nicht dasselbe und sind kaum gegeneinander austauschbar. Vergleiche Ergebnisse daher nur, wenn Test und Messplattform identisch sind.
Denselben Test zweimal durchzuführen ergibt in der Regel ähnliche Werte, doch wie verlässlich das ist, hängt stark vom jeweiligen Test ab. Der DunedinPACE-DNA-Methylierungstest schneidet bei der Wiederholbarkeit gut ab: Schon bei der Entwicklung wurden Messpunkte mit geringer Zuverlässigkeit herausgefiltert, was die Konsistenz verbessert. Auch der MRT-basierte Hirnalter-Test zeigte innerhalb desselben Scanners gute Werte, mit einem Zuverlässigkeitskoeffizienten von 0,90 bis 0,99. Bei einem Gerätewechsel blieb die Messung der grauen Substanz stabil (0,83 bis 0,96), während die Messung der weißen Substanz deutlich schwächer abschnitt (0,51 bis 0,77).
Es gibt jedoch zwei ernsthafte Stolperstellen. Erstens spielt die Messplattform eine wichtige Rolle. Werden etablierte epigenetische Uhren auf einer neueren Gerätegeneration eingesetzt, können die Ergebnisse stark abweichen, weil manche Messpunkte, auf denen die Uhr aufgebaut ist, schlicht nicht mehr verfügbar sind. Ein und dieselbe Uhr kann so zu sehr unterschiedlichen Werten führen.
Zweitens stimmen verschiedene Bioalter-Tests bei derselben Person häufig nicht überein. Ein Vergleich von elf Methoden, darunter Telomerlänge, epigenetische Uhren und zusammengesetzte Biomarker-Scores, bei knapp tausend Personen zeigte eine geringe gegenseitige Übereinstimmung. Die Tests erfassen also nicht alle denselben Aspekt des Alterns. Das zeigte sich auch bei Menschen mit Schizophrenie: Eine Uhr deutete auf verlangsamtes Altern hin, während zwei andere Uhren keinen Unterschied anzeigten.
Praktisch heißt das: Hast du denselben Test zweimal auf derselben Plattform durchgeführt, sind die Ergebnisse gut vergleichbar. Vergleichst du zwei verschiedene Tests miteinander oder verwendest du eine ältere Uhr auf einer neuen Messplattform, sind die Werte längst nicht immer konsistent.
Diese Antwort stützt sich auf fünf Studien, darunter Vergleiche mehrerer Messmethoden bei jeweils Hunderten von Personen. Die Befunde zur Wiederholbarkeit innerhalb eines Tests sind recht konsistent, während die Evidenzlage zur gegenseitigen Austauschbarkeit verschiedener Tests begrenzter und teils widersprüchlich ist. Keine der einbezogenen Studien hat Personen randomisiert zugeteilt oder über einen längeren Zeitraum begleitet.