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Schützen Omega-3-Fettsäuren vor Herzrhythmusstörungen?

Nein · Moderate Evidenz

Hohe Omega-3-Dosen erhöhen das Risiko für Vorhofflimmern; ein allgemeiner Schutzeffekt gegen Herzrhythmusstörungen ist nach jahrzehntelanger Forschung nicht belegt. Setze Omega-3-Präparate nicht zur Herzrhythmus-Prävention ein, und besprich die Einnahme bei einem bestehenden Herzproblem stets mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Was hilft wirklichIst Vorhofflimmern gefährlich – und was kann ich dagegen tun?

Omega-3-Fettsäuren schützen nicht vor Herzrhythmusstörungen. Hohe Dosen erhöhen das Risiko für Vorhofflimmern sogar: Das zeigten mehrere große Studien mit reinem EPA sowie mit einer Kombination aus EPA und DHA. Der Effekt ist gering, aber messbar, und scheint dosisabhängig zu sein. Warum das so ist, weiß die Forschung bislang nicht. Nimm Omega-3-Präparate also nicht, um deinen Herzrhythmus zu schützen.

Beim Risiko für gefährliche Kammerrhythmusstörungen und plötzlichen Herztod ist das Bild uneinheitlich. Zwei frühere Studien beobachteten weniger plötzliche Herztode, spätere Studien konnten das jedoch nicht bestätigen. Bei Menschen mit Angina pectoris, also Brustschmerzen durch Sauerstoffmangel im Herzmuskel, wiesen manche Reviews sogar auf ein erhöhtes Risiko hin. Bei Patientinnen und Patienten mit einem implantierten Defibrillator sind die Ergebnisse widersprüchlich. Ein breiter Schutzeffekt lässt sich nicht belegen.

Eine Einschränkung ist hier angebracht: In zwei großen italienischen Studien, an Patientinnen und Patienten nach einem Herzinfarkt sowie an Menschen mit Herzinsuffizienz, senkte ein speziell zugelassenes Omega-3-Arzneimittel auf Ethylesterbasis in einer Dosis von 1 g pro Tag die Sterblichkeit durch Rhythmusstörungen. In der Herzinsuffizienz-Studie erhielten die Teilnehmenden 1 g pro Tag dieses Mittels. Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass gewöhnliche Fischölkapseln aus dem Handel kein gleichwertiger Ersatz für dieses spezifische Arzneimittel sind. Wenn du an Herzinsuffizienz oder einer vergleichbaren Erkrankung leidest, bespreche das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Omega-3-Fettsäuren senken die Ruheherzfrequenz und verbessern die Herzratenvariabilität, wahrscheinlich über einen direkten Effekt auf den natürlichen Schrittmacher des Herzens. Ob das in der Praxis einen messbaren Unterschied macht, bleibt offen. Für die Vorbeugung von Vorhofflimmern nach Herzoperationen oder gegen das Wiederauftreten von Vorhofflimmern fand die randomisierte Forschung keinen Vorteil. Nach jahrzehntelanger Forschung bleibt ein allgemeiner Schutzeffekt gegen Herzrhythmusstörungen unbewiesen.

Die Belege
5 Studien

Alle Aussagen basieren auf Reviews (keine primären randomisierten Studien oder Metaanalysen lagen direkt als Quelle vor). Der robusteste Befund, nämlich das erhöhte Vorhofflimmerrisiko bei hohen Dosen, stammt aus einem Review mehrerer großer randomisierter Studien (PMID 39102482). Der GISSI-Befund (PMID 19629408) betrifft ein speziell zugelassenes Omega-3-Arzneimittel, keine frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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Ja · Moderate Evidenz

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Nein · Moderate Evidenz
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