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Schützt ein tägliches Multivitaminpräparat das Gedächtnis im Alter?

Moderate Evidenz

Ein tägliches Multivitaminpräparat kann das Gedächtnis bei älteren Menschen mit Nährstoffmangel-Risiko oder einer Herzerkrankung in der Vorgeschichte möglicherweise geringfügig schützen. Für gut ernährte ältere Menschen ist dieser Vorteil bislang nicht überzeugend belegt.

Ein tägliches Multivitaminpräparat kann das Gedächtnis älterer Menschen geringfügig schützen, doch die Ergebnisse verschiedener Studien widersprechen sich, und der Effekt ist gering.

Drei Studien mit zusammen über 5200 Teilnehmenden zeigen, dass ein Multivitaminpräparat das Gedächtnis im Vergleich zu einem Scheinpräparat verbessert. Der Effekt entspricht einem um zwei bis drei Jahre verlangsamten Gedächtnisabbau. Rechne mit mindestens einem bis drei Jahren, bevor du etwas merkst.

Nicht alle profitieren davon. Eine Studie mit 5947 älteren Ärzten, die zwölf Jahre lang beobachtet wurden, fand keinerlei Wirkung auf Gedächtnis oder Denkleistung. Eine weitere Studie mit 910 Teilnehmenden ab 65 Jahren zeigte nach zwölf Monaten ebenfalls keinen Effekt in der Gesamtgruppe. Wer sich bereits abwechslungsreich ernährt und kein Risiko für Nährstoffmängel hat, gibt sein Geld für ein Multivitaminpräparat speziell fürs Gedächtnis wahrscheinlich besser woanders aus.

Willst du es trotzdem ausprobieren, wähle ein gängiges Multivitaminpräparat, das auch Mineralstoffe enthält: eine Tablette pro Tag. Ob die Marke eine Rolle spielt, wurde bisher nicht untersucht.

Die Belege
6 Studien · 1 Meta-Analyse · 4 randomisierte Studien · ≈ 14.712 Teilnehmer

Die Antwort stützt sich vor allem auf drei große Studien, die in einer Zusammenfassung von über 5200 Teilnehmenden gebündelt wurden. Diese Studien wurden unabhängig voneinander durchgeführt und zeigen übereinstimmend positive Effekte, was das Vertrauen in die Ergebnisse stärkt. Dem gegenüber steht eine ebenfalls große, langjährige Studie mit knapp 6000 älteren Ärzten, die bis zu zwölf Jahre lang beobachtet wurden und keinerlei Wirkung ergab. Der Unterschied zwischen diesen Studien macht deutlich, dass die Ernährung der Teilnehmenden eine entscheidende Rolle spielt. Kleinere Studien aus Schottland und Korea liefern zusätzliche Hinweise, können aber Ursache und Wirkung weniger verlässlich belegen.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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